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DASH-Diät senkt das Gichtrisiko

 

Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) ist vor allem als blutdrucksenkende Ernährungsform bekannt. Sie ist salz- und fleischarm, umfasst viel Obst und Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte, sowie fettreduzierte Milchprodukte.

Nun fand eine Studie der Harvard Medical School in Boston heraus, dass sich durch die DASH-Diät auch Erfolge bei der Prävention von Gicht verzeichnen lassen.  

Gicht ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung, die mit erhöhten Harnsäurespiegeln im Blut einhergeht.

Im Rahmen der Studie wurden 44.444 gesunde Männer seit 1986 über 26 Jahre beobachtet. Über standardisierte Fragebögen wurden die Studienteilnehmer zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. So konnten die Teilnehmer gemäß ihren Essgewohnheiten der DASH-Diät oder der Western-Diät zugeordnet werden. Bei der Western-Diät stehen vor allem rotes Fleisch, Süßspeisen, Weißmehl und frittierte Nahrungsmittel auf dem Speiseplan.  

1731 Personen erkrankten über die Jahre an Gicht. Im Vergleich zeigte sich, dass das Gichtrisiko unter Teilnehmern, die sich konsequent an die DASH-Diät hielten, um 30% erniedrigt war. Das Risiko der Studienteilnehmer mit Western-Diät war hingegen um 40% erhöht.

Die Forscher sehen in diesen Ergebnissen mehrere Vorteile der DASH-Diät. Zum einen ist die DASH-Diät eine gute Möglichkeit zur Prävention von Gicht. Zum anderen kann sie auch für Hochrisikopatienten mit bereits erhöhten Harnsäurespiegeln eine wichtige Therapiekomponente darstellen. Aufgrund der häufigen Begleiterkrankungen der Gicht, wie Bluthochdruck und  andere kardiovaskuläre Erkrankungen, profitieren diese Patienten zusätzlich vom blutdrucksenkenden Effekt der DASH-Diät.

(PM; CAS) (Rai et al BMJ 2017)


Statine: Wirksamkeit wieder mal bestätigt

 

Statine sind gut wirksame Cholesterinsenker. Seit langem sind sie ein fester Bestandteil der Therapie von Risikopatienten zur Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen.

Dennoch wurde ihr Einsatz in letzter Zeit viel diskutiert. Negative Medienberichte über unerwünschte Nebenwirkungen verunsicherten viele Patienten und führten häufig sogar zu Therapieabbrüchen.

Dabei sind Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems weltweit immer noch die führende Todesursache und ein hoher Cholesterinspiegel ist ein wesentlicher Risikofaktor.

Eine Gruppe amerikanischer Forscher nahm nun 19 Studien der vergangenen Jahre genauer unter die Lupe. Insgesamt 71.344 Patienten mit unterschiedlichen kardiovaskulären Erkrankungen* wurden in die Studien eingeschlossen.  Dabei wurde die Statintherapie mit einer Placebotherapie verglichen. Betrachtet wurden kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall), die kardiovaskuläre Sterblichkeit, sowie die Gesamtsterblichkeit.

In allen Bereichen zeigten Statine eine bedeutende Risikosenkung. Die Gesamtsterblichkeit konnte um 14%, die Schlaganfall- und Herzinfarktrate um bis zu 35% gesenkt werden.

Selbst Patienten mit Cholesterinspiegeln unter 200 mg/dl profitierten von der Statintherapie. Der Nutzen stieg mit der Höhe des Cholesterinspiegels.

Statine haben also eine große Bedeutung in der Prävention von kardiovaskulären Ereignissen und weiterhin ihre Berechtigung in der Therapie zu hoher Cholesterinwerte.

 

*Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall.

 

 

(PM; CAS) (Chou et al JAMA 2016; 316(19):2008-2014)


Nächtliche Muskelkrämpfe: Magnesium nicht besser als Placebo

 

60% der älteren Menschen klagen über nächtliche Muskelkrämpfe. Zur Linderung der Symptome oder als Prophylaxe verwenden viele Magnesiumpräparate. Eine aktuelle Studie zweifelt die Wirksamkeit dieser Präparate nun erheblich an.

In dieser Studie wurden 166 Menschen (Durchschnittalter 64,9 Jahre), die mehr als vier Muskelkrämpfe pro Woche angaben, eingeschlossen. Sie wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe bekam ein Magnesiumpräparat, die andere Gruppe ein Placebo. Nach 4 Wochen hatte sich das Auftreten der Krämpfe sowohl in der Magnesium- als auch in der Placebogruppe etwa um die Hälfte reduziert. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen war nicht signifikant. Auch die Dauer und Schwere der Krämpfe sowie die Auswirkungen auf die Lebensqualität und den Schlaf zeigten keine Unterschiede.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Gabe von Magnesium bei Muskelkrämpfen keinen Effekt hat. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass diese Muskelkrämpfe nicht durch einen Verlust von Mineralien, sondern durch eine Fehlsteuerung oder nervliche Ermüdung entstehen. Die erhöhte Verfügbarkeit von Mineralien führt somit zu keiner Verbesserung.

 

(MR;CAS) (Maor et al JAMA Intern Med 2017;177:617-623)


Schmerzmittel erhöhen das Herzinfarktrisiko

 

Unter dem Begriff Nicht-steroidale antiinflammatorische Substanzen (NSAID) werden Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen zusammengefasst. Sie werden den meisten als Schmerzmittel bekannt sein. Dass diese Medikamente das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen können, war bereits bekannt. Eine aktuelle Studie hat nun aber untersucht, inwiefern sich die Therapiedauer und die Dosierung auf das Risiko auswirken. Dazu wurden Daten von über 400 000 Personen ausgewertet. In der Analyse sich, dass die Einnahme eines Medikaments aus der Gruppe der NSAID für eine Woche, einen Monat oder länger das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Das Risiko steigt dabei mit der Dosis an. Der deutlichste Risikoanstieg zeigte sich bei einer Dauer von 8-30 Tage in hoher Dosierung. Für Ibuprofen waren dies beispielsweise mehr als 1200g am Tag, für Diclofenac mehr als 100mg.

Die Autoren weisen darauf hin, dass dieser Zusammenhang besonders für Menschen mit einem hohen Ausgangsrisiko für einen Myokardinfarkt von Bedeutung ist.

 

(MR;CAS) (Bally et al. BMJ 2017;357:j1909)


Akute Aortendissektion: Bluthochdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor

 

 

Bei einer Aortendissektion kommt es zu einer Aufspaltung der Wandschichten der Aorta. In der Folge kann es zu einem Aufplatzen des Gefäßes und Durchblutungsstörungen kommen. Nur eine rasch eingeleitete Operation kann dann den Tod verhindern.

Eine amerikanische Studie hat nun über 80 Veröffentlichungen zum diesem Thema analysiert und ein systematisches Review verfasst. Daraus geht hervor, dass die meisten Patienten zwischen 60 und 70 Jahren und zu einem großen Teil (50-81 %) männlich sind. Plötzlich einsetzende, sehr starke Brust- und Rückenschmerzen werden als das häufigste Symptom angegeben. Auch einen wesentlichen Risikofaktor konnten die Autoren der Studie identifizieren: Ein hoher Blutdruck wurde in den analysierten Veröffentlichungen von vielen Patienten angegeben. In manchen Studien sogar von allen Patienten.  

Eine schnelle Diagnostik mittels beispielsweise CT oder MRT sowie eine daraufhin schnell eingeleitete Behandlung sind essenziell für das Überleben des Patienten.

 

 

(MR;CAS) (Mussa et al. JAMA 2016;316(7):754-763)

 

 


Herzinsuffizienz und Diabetes - eine ungünstige Kombination

 

 

Weltweit nimmt die Zahl der an Diabetes mellitus erkrankten Patienten zu. Im Rahmen unserer alternden Bevölkerung sind auch immer mehr Menschen von chronischer Herzinsuffizienz betroffen.

Herzinsuffizienz und zusätzlich Diabetes, mit diesem Zusammenhang beschäftigten sich nun Wissenschaftler der Heart Failure Association der europäischen Gesellschaft für Kardiologie und veröffentlichten vor kurzem eine Studie dazu. In dieser Kohortenstudie wurden 9428 Herzinsuffizienzpatienten in Europa beobachtet.

Bezogen auf ein Jahr zeichneten sich erkennbare Unterschiede in der Krankheitsprognose ab, die bei Patienten mit einer zusätzlichen Diabeteserkrankung erheblich schlechter war.

Die 1-Jahres-Gesamtsterblichkeit lag bei der Gruppe der Diabetesbetroffenen mit 9,4% deutlich über der der Patienten ohne Diabetes (7,2%). Ebenfalls war die Sterblichkeit aufgrund kardiovaskulärer Ursachen bei der Diabetesgruppe höher.

Auch der sogenannte HbA1c, als wichtiger Laborwert für die Blutzuckereinstellung der vergangenen Wochen, stand im Zusammenhang mit einem verschlechterten Einjahresüberleben.

Neben der Sterblichkeit wurden auch die stationären Aufenthalte im Rahmen der Herzinsuffizienzerkrankung der Studienteilnehmer betrachtet. Viel häufiger mussten Patienten mit Diabetes stationär behandelt werden.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Wichtigkeit der (frühzeitigen) Diagnose und vor allem der adäquaten Behandlung und Therapie des Diabetes und der Herzinsuffizienz.

 

(PM;CAS) (Dauriz et al. Diabetes Care 2017;40:617-678)


 

Kardiovaskuläre Gesundheit und Kosten

 

Prävention zahlt sich aus -  nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für unser Gesundheitssystem. Dies wies nun die 40-jährige Folgeuntersuchung im Rahmen der CHA (Chicago Heart Association Detection Project in Industry) Studie der Northwestern University Chicago nach. Knapp 26000 der zwischen 1967-1973 eingeschlossenen Teilnehmer, die 2010 über 65 Jahre waren, standen im Fokus der Untersuchung. Die Teilnehmenden wurden bereits bei Einschluss in die Studie untersucht, nach 40 Jahren wurden nun erneut die Daten erhoben. Die Untersuchung umfasste u.a. Werte wie dem Blutdruck, den Body Mass Index (BMI) und das Serumcholesterin, die bei Überschreitung Menschen, die bei Überschreitung festgelegter Grenzwerte zu klassischen Prädiktoren für vor allem kardiovaskuläre Erkrankungen werden. Dadurch ließen sich die Teilnehmenden in unterschiedliche Risikoklassen* einteilen, die ein verschieden hohes Risiko hatten, kardiovaskuläre Erkrankungen zu entwickeln. Die Klassen wurden nun im Verlauf durch die Entwicklung eines Scores in Bezug auf die Krankheitshäufigkeit, Lebensdauer und die verursachten Gesundheitsausgaben verglichen. Insgesamt erwies sich, dass Patienten in der niedrigsten Risikoklasse 4 Jahre länger lebten, als die in anderen Risikoklassen.

Erstaunlicherweise hat ein günstiger kardiovaskulärer Zustand in jungen Jahren nicht nur einen positiven Effekt kardiovaskuläre Erkrankungen, sondern auch die gesamte Krankheitshäufigkeit im Alter. Beide, kardiovaskuläre, wie die gesamte, stiegen linear mit zunehmendem Alter an, deutlich geringer jedoch bei den Herzgesunden. 43% der high-risk-Patienten über 65 lebten mit einer oder mehr Erkrankung/en des Herz-Kreislaufsystems, bei Patienten ohne Risiko waren es nur 23%. Diese Ergebnisse stehen klar im Zusammenhang mit den Gesundheitsausgaben. Die Kosten eines über 65-jährigen Patienten der niedrigsten Risikoklasse sind durchschnittlich deutlich geringer als die eines Patienten derselben Altersklasse mit hohem Risiko.

Ein wichtiges Fazit der Studie ist also, dass die beobachteten Teilnehmer in gesundem kardiovaskulärem Zustand nicht nur länger leben, sondern dies vor allem in Gesundheit tun. Es findet also nicht nur eine Senkung, vielmehr eine Kompression der Krankheitshäufigkeit statt. Eine erfolgreiche Gesundheitsprävention hat also erheblichen Einfluss auf das Leben des Einzelnen und die allgemeine Belastung der Gesundheitsversorgung.

Diese Erkenntnisse sollten große Motivation geben, die eigene kardiovaskuläre Gesundheit beizubehalten oder unbedingt zu verbessern! 

 

*(0=kein Risiko; 1/0= keine erhöhten Messwerte, aber erhöhter Risikofaktor; 1= ein hoher Risikofaktor; >=2 zwei oder mehr hohe Risikofaktoren)

 

(PM;CAS) (Allen et al. Circulation 2017;135:1693-1701)

 

 


Depression als kardiovaskulärer Risikofaktor

 

Zu hohes Cholesterin, Rauchen oder Übergewicht sind vielen als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt.

Doch nicht nur diese allseits bekannten Faktoren gehen aufs Herz - auch die Depression.

Die Datensammlung des MONICA-KORA-Herzinfarktregisters des Klinikum Augsburg zeigte, dass Depressionen die Sterblichkeit erhöhen. In Bezug auf das Sterberisiko bei kardiovaskulären Erkrankungen befindet sie sich nach neusten Erkenntnissen bereits im Mittelfeld zwischen den klassischen Risikofaktoren.

Insgesamt 3.428 Männer mit klinisch bestätigtem Herzinfarkt sind in diesem Register eingetragen. Bemerkenswert ist, dass im Rahmen der  Erhebung ein Drittel der Teilnehmer unter depressiven Verstimmungen litt. 557 Männer starben im Verlauf von 10 Jahren, wobei bei 269 der Verstorbenen ein kardiovaskulär bedingter Tod die Ursache war.  

Die Daten ergaben, dass das relative Risiko für einen Tod aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung unter Depression um ganze 53% erhöht ist. Dabei reiht sie sich mit dieser Erhöhung zwischen den klassischen Faktoren Adipositas (+43%) und Bluthochdruck (+93%) ein.

Depression wirkt sich also nicht nur auf die Psyche der Betroffenen aus, sondern auch auf ihren körperlichen Zustand. Mittlerweile erkranken ca. 5,3 Millionen Menschen jährlich allein in Deutschland an Depression. Sie stellt mit Blick auf diese Zahlen eine Volkskrankheit in unserer Bevölkerung dar. Umso wichtiger ist es, gerade bei Herzrisikopatienten eine Depression frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls unter ärztlicher Betreuung zu behandeln.

 

(PM; CAS) Ladwig et al. Atherosclerosis 2017. doi: 10.1016/j.atherosclerosis.2016.12.003


Lungenentzündung als Risiko für Herzinsuffizienz

 

Eine großangelegte Studie zeigt: Eine ambulant erworbene Lungenentzündung steigert das Risiko für eine Herzschwäche. Über fast 10 Jahre wurden knapp 5000 Teilnehmer mit einer ambulant, also außerhalb des Krankenhauses erworbenen, Lungenentzündung beobachtet und hinsichtlich Alter, Geschlecht und weiteren Faktoren mit bis zu 5 eingeschlossenen Teilnehmern ohne Lungenentzündung verglichen. Es zeigte sich, dass fast 12% der Menschen mit einer Pneumonie in der Anamnese an einer Herzinsuffizienz erkrankten. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 7,4% der Fall. Das Risiko war dabei für Menschen unter 65 Jahren am höchsten. Es bestand kein Zusammenhang zwischen der Schwere der Lungenentzündung und dem Auftreten einer Herzinsuffizienz.

Patienten mit einer Pneumonie sollten nach erfolgreicher Behandlung auf dieses Risiko aufmerksam gemacht werden. So können entsprechende Präventionsmaßnahmen ergriffen und die Patienten für Symptome wie Luftnot oder Leistungsabfall sensibilisiert werden.

Um gar nicht erst in diese Situation zu kommen, ist eine Impfung gegen Pneumokokken die sicherste Methode. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung für Menschen ab 60 Jahren. Jüngere Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem oder beruflichem Risiko sollten sich ebenfalls impfen lassen.

(MR;CAS) (Eurich et al. BMJ 2017;356:j413; 10.1136/bmj.j413)                                         

 

    


“Weekend Warriors”: Schon zwei Sporteinheiten pro Woche reichen!

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt im Rahmen eines gesunden Lebensstils Menschen zwischen 18 und 64 Jahren eine moderate körperliche Bewegung von 150 Minuten oder 75 Minuten starke, anstrengende Bewegung pro Woche. Auf wie viele Einheiten diese Zeitspanne verteilt werden soll, um den besten Effekt zu erzielen, ist jedoch umstritten.

Menschen, die ihr körperliches Training auf höchstens zwei Tage verteilen werden als sogenannten „weekend warriors“, also „Wochenend-Krieger“ bezeichnet. Durch schlechte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Sport unter der Woche, nimmt ihr Anteil stetig zu. Immer mehr Menschen nutzen insbesondere das Wochenende, um Sport zu treiben. Sie trainieren lieber seltener und dafür länger.

Eine Studie hat jetzt untersucht, ob schon das Erreichen der Vorgabe der WHO durch Training an ein oder zwei Tagen pro Woche zur Prävention von Sterblichkeit, Krebs und koronarer Herzkrankheit ausreicht. Verglichen und beobachtet wurden hierzu inaktive Personen, Personen, die unter der Vorgabe der WHO bleiben, Personen, die die Vorgaben der WHO in 3 oder mehr Einheiten erfüllen und „weekend warriors“. Anschließend wurden Mortalität sowie das Auftreten von Krebs und koronarer Herzkrankheit analysiert. Es zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis im Vergleich zur inaktiven Gruppe in allen drei anderen Gruppen wesentlich geringer war. Auch zeigte sich, dass die „weekend warrior“ keinen Nachteil durch nur zwei Einheiten pro Woche hatten. Beispielsweise war die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit in allen drei Gruppen um 40% geringer als in der inaktiven Gruppe.

 

(MR;CAS) (O’Donovan et al. JAMA Intern Med; 10.1001/jamainternmed.2016.8014)


Einsamkeit und soziale Isolation als Risikofaktoren für koronare Herzkrankheit und Schlaganfall

 

Wenn es um die Entstehung von koronarer Herzerkrankung und Schlaganfall geht, stehen Bluthochdruck, hohe Fettwerte, schlechte Ernährung und wenig Bewegung in der Liste der Risikofaktoren ganz oben. Eine neue Publikation zeigt jetzt, dass  auch weitere Faktoren die Entstehung dieser Erkrankungen begünstigen können.

Durch Analyse vieler Studien, in denen Teilnehmer teilweise bis zu zwanzig Jahre eingeschlossen, beobachtet und befragt wurden, identifizierten die Autoren Einsamkeit und soziale Isolation als wesentliche seelische Risikofaktoren. Teilnehmer mit wenig Kontakt zu Mitmenschen und schlechten Beziehungen hatten ein um 29% erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Das Risiko für einen Schlaganfall war verglichen mit den Teilnehmern mit guten sozialen Kontakten um 32% erhöht.

Um das Auftreten einer koronaren Herzerkrankung und eines Schlaganfalls zu verhindern, sollten also nicht nur der Blutdruck gut eingestellt und der Lebensstil in den Punkten Sport und Ernährung geändert werden. Eine gesunde Art zu Leben sollte auch regen Kontakt mit Mitmenschen, stabile Beziehungen und die Integration in die Gemeinschaft beinhalten.

 

(MR; CAS) (Valtora et al. Heart April 2016; 10.1136/heartjnl-2015-308790)


Mythos Weißkittelhypertonie? Studie zeigt: oft ist der Blutdruck im Alltag höher, nicht niedriger!

 

Der arterielle Blutdruck gibt wichtige Informationen über den Zustand des Herz-Kreislaufsystems eines Patienten,  Blutdruckmessungen sind deshalb fester Bestandteil des klinischen Alltags in Arztpraxen und Krankenhäusern. Die Aussagekraft dieser Messungen als Momentaufnahmen ist allerdings begrenzt. Es ist bekannt, dass ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessungen ein zuverlässigeres Bild geben.

Eine weit verbreitete Auffassung ist, dass die in der Arztpraxis gemessenen Werte  – durch die Aufregung des Patienten in dieser ungewohnten Situation - tendenziell höher sind: das sogenannte Phänomen der „Weißkittelhypertonie“.

Die Ende 2016 veröffentlichten Ergebnisse der „Masked Hypertension Study“ aus den USA stellen diese Annahme nun – zumindest für bestimmte Patientengruppen- in Frage.

Bei den 888 Studienteilnehmern (Angestellte, durchschnittlich 45 Jahre alt, gesund und ohne bekannten Bluthochdruck) wurden die gemittelten Werte von Blutdruckmessungen bei drei verschiedenen Arztbesuchen mit den Werten einer ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung verglichen.

Das überraschende Ergebnis: Der tagsüber im Wachzustand in der 24h-Messung gemessene Blutdruck  war im Schnitt um 7 mmHg systolisch und 2 mmHg diastolisch höher als der in der Klinik gemessene Blutdruck, bei einem Drittel der Teilnehmer war die Differenz sogar größer als 10mmHg.

Diese Unterschiede der Messwerte traten vor allem bei jüngeren Studienteilnehmern mit niedrigem BMI auf und wurden im Alter geringer. Die Studie zeigt, dass gerade bei jungen Erwachsenen in der Praxis gemessene zu hohe oder hochnormale Werte nicht zu schnell als „Weißkittelhypertonie“ abgetan werden sollten. Eine Abklärung durch eine 24h- Blutdruckmessung ist sinnvoll.

 

(CH; CAS) (Schwartz et al. Circulation 2016; 134:1794-1807) 


Mögliche Erklärung für positive Effekte von Koffein gefunden

 

Kaffee hat in den letzten Jahren einen wahren Imagewandel durchgemacht. Verschiedene Studien haben zeigten, dass der Konsum von Kaffee –entgegen vieler Vorurteile-  keine Gefahr für das Herz-Kreislauf-System darstellt. Außerdem wiesen verschiedene Forschungsergebnisse darauf hin, dass Koffein zudem verschiedene positive Effekte auf unseren Körper haben kann, von einer langfristigen Blutdrucksenkung bis hin zur Senkung des Risikos für Krebserkrankungen oder sogar der Gesamtsterblichkeit.

Wissenschaftler der Stanford University haben nun eine mögliche Erklärung auf molekularer Ebene gefunden.Sie fanden heraus, dass Abbau- und Stoffwechselprodukte von Nukleinsäuren (die Bestandteile unserer DNA), die im Blut zirkulieren, entzündliche Prozesse hervorrufen können. Diese entzündlichen Prozesse sind maßgeblich an der Entstehung verschiedener kardiovaskulärer Erkrankungen sowie an Alterungsprozessen beteiligt.

Die Forscher fanden heraus, dass die Stoffwechselprodukte von Koffein, wie zum Beispiel Theophyllin und Theobromin, den Nukleinsäure-Metaboliten entgegenwirken können und somit die Entstehung entzündlicher Prozesse verhindern können. Dies wurde zum einen durch Blutuntersuchungen bei den Studienteilnehmern und zum anderen in experimentellen Untersuchungen im Labor nachgewiesen.  Nach Angaben der Forscher könnte dies eine plausible Erklärung sein, warum Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, durchschnittlich länger leben.

 

(CH; CAS) (Furman et al. Nature Medicine, published online 16 January 2017)


Diabetes und Herzinsuffizienz-
gute Betreuung ist wichtig! 

 

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind eine häufige Komplikation bei Patienten, die an Diabetes mellitus Typ II erkrankt sind. In einer aktuellen Studie aus Schweden untersuchten Wissenschaftler den Einfluss von Herzinsuffizienz und ischämischer Herzkrankheit auf die Langzeitprognose von Diabetes-Patienten.

 

Es stellte sich heraus, dass 90% der Herzinsuffizienz-Patienten mit Typ II-Diabetes an Zusatzerkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Vorhofflimmern oder Herzklappenerkrankungen litten. Diese stellen unbehandelt zusätzliche Risikofaktoren dar, können aber in vielen Fällen gut therapiert werden und wären somit vermeidbar.

Des Weiteren hatte besonders eine ischämische Herzkrankheit einen großen negativen Einfluss auf die Mortalität.  Eine Revaskularisierung, also ein Herzkatheter- Eingriff, bei dem die Blutversorgung des Herzens z.B. durch den Einsatz von Stents wiederhergestellt wird, wirkte sich günstig auf die Langzeitprognose aus.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine umfassende ärztliche – und vor allem kardiologische- Betreuung von Diabetes-Patienten ist. Beim Vorliegen einer ischämischen Herzkrankheit sollte immer darüber nachgedacht  werden, ob eine Revaskularisierung sinnvoll ist.  

 

(CH; CAS) (Johansson et al. J of the Am Coll of Cardiology 2016)


Regelmäßiges Teetrinken schützt die Herzkranzgefäße

 

Tee und Kaffee gehören zu den weltweit am meisten konsumierten Getränken, gerade Tee ist in der kalten Jahreszeit beliebt – als wohltuendes heißes Getränk vor dem Kamin oder auch als wirksames Hausmittel beispielsweise gegen Erkältungen. Doch auch auf andere Organe, wie zum Beispiel das Herz, hat Tee positive Wirkungen.

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten in einer Studie mit über 6000 Teilnehmern den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von Tee und Kaffee und der Verkalkung der Koronargefäße der Probanden sowie dem Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen wie zum Beispiel Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Bei den Teilnehmern, die regelmäßig schwarzen oder grünen Tee tranken (mehr als eine Tasse täglich), zeigten sich weniger Verkalkungen der Herzkranzgefäße. Außerdem verschlimmerten sich bestehende Verkalkungen langsamer im Vergleich den Studienteilnehmern, die gar keinen oder nur selten Tee tranken. Zudem traten bei regelmäßigem Teekonsum in einem Beobachtungszeitraum von 11 Jahren ca. 29% weniger kardiovaskuläre Ereignisse auf.

Für Kaffee konnte kein signifikanter Effekt der konsumierten Menge auf das Auftreten von Koronarverkalkungen und kardiovaskulären Ereignissen nachgewiesen werden. Im Umkehrschluss heißt dies aber auch, dass regelmäßiger Kaffeekonsum – entgegen häufig bestehender Vorurteile - keine negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System hat.

 

(CH; CAS) (Miller et al. Am J Med 2016)


Nüsse als Teil der gesunden Ernährung

 

Ob Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pistazie oder Erdnuss - welche Nuss als gesunde Knabberei ausgewählt wird, macht keinen großen Unterschied, denn alle enthalten die gleichen wertvollen Bestandteile: Ballaststoffe, Magnesium, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Antioxidantien. All diese Komponenten haben positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und den Zuckerstoffwechsel, da sie beispielsweise für niedrige Blutfettwerte und eine gesteigerte Insulinempfindlichkeit sorgen. Andere Bestandteile von Nüssen können die Entstehung von Krebserkrankungen beeinflussen, indem sie die Vermehrung von Körperzellen modulieren.

 

Eine große Übersichtsarbeit von britischen und norwegischen Wissenschaftlern über verschiedene Studien, in denen es unter anderem um den Zusammenhang von Ernährung und Sterblichkeit ging, zeigte deutliche Ergebnisse:

Studienteilnehmer, die täglich 28g Nüsse (entspricht etwa einer Handvoll) mehr zu sich nahmen, hatten beispielsweise ein um 29 Prozent geringeres Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, ein um 15 Prozent geringeres Risiko für eine Krebserkrankung und ein insgesamt um 22 Prozent niedrigeres Sterberisiko. Auch für andere kardiovaskuläre Erkrankungen sowie die Sterblichkeit an Diabetes mellitus und an Atemwegserkrankungen zeigte sich eine bedeutsame Risikoverminderung.

Laut Hochrechnungen der Wissenschaftler hätten diesen Ergebnissen nach alleine im Jahr 2013 bis zu 4,4 Millionen Todesfälle weltweit verhindert werden können, wenn der durchschnittliche Nusskonsum der Menschen bei über 20g pro Tag liegen würde.

Beim Kochen ein Gericht mit Nüssen zu verfeinern oder eine Handvoll Studentenfutter als Snack für zwischendurch zu knabbern ist also nicht nur lecker, sondern auch gut für die Gesundheit. Guten Appetit!

 

(CH; CAS) (Aune et al. BMC Medicine 2016 14:207)


Kardiovaskuläre Erkrankungen – Europa im Vergleich

 

Bewegung und ein gesunder Lebensstil sind (hierzulande) allgemein bekannte Präventionsmaßnahmen für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Für viele ist eine gesunde Lebensweise mittlerweile selbstverständlich. Hat dies einen Effekt auf kardiovaskuläre Erkrankungen (KE), die lange die Haupttodesursache weltweit waren?

 

Die University of Oxford veröffentlichte nun eine Studie, in der kardiovaskuläre Erkrankungen in Europa verglichen wurden. Hierbei wurde deutlich, dass  KE weltweit zwar immer noch auf dem ersten Rang der Todesursachen ist, in zwölf europäischen Ländern jedoch nur auf Platz zwei. In Deutschland sind kardiovaskuläre Erkrankungen nur noch für ein Drittel der Sterbefälle die Ursache.

Im Gegensatz dazu lässt sich bei den subjektiv empfundenen Herz-Kreislauf-Beschwerden ein weniger positives Ergebnis feststellen. Liegt der Anteil der Personen, die innerhalb von 12 Monaten derartige Symptome bemerkten, bei durchschnittlich 9,2 %, ist Deutschland im Vergleich mit 11,8 % deutlich darüber, auf Platz zwei in Europa hinter Polen zu finden.

Auch im Bereich der gesundheitlichen Versorgung scheint es Optimierungsbedarf zu geben. Bei Betrachtung der durchschnittlichen Länge eines Krankenhausaufenthalts nach einem akuten Herzinfarkt bekleidet Deutschland die Spitzenposition mit 10,3 Tagen. Bei unseren direkten Nachbarn scheint es schneller zu gehen. In Frankreich verbringen Infarktpatienten im Schnitt einen 6-tägigen,  in Dänemark sogar nur einen 4-tägigen Klinikaufenthalt.

Die Liegedauer in Krankenhäusern gilt oft als Indikator für die Effizienz des Gesundheitssystems, gerade in Bezug auf die damit verbundenen Kosten. Dennoch sollte beachtet werden, dass das Erleiden eines Herzinfarkts auch mit einer psychischen Belastung einhergeht. Diese kann eine längere Betreuung und Behandlung durchaus rechtfertigen, weshalb hier in Deutschland die Aufnahme in eine Rehabilitationseinrichtung zügiger erfolgen und  die Liegedauer im Krankenhaus dementsprechend verkürzt werden sollte.

 

In Europa bestehen offensichtlich weiterhin deutliche Unterschieden in Bezug auf KE. Es ist und bleibt also wichtig, Präventionsmaßnahmen auszubauen und kardiovaskuläre Erkrankungen in das Bewusstsein der Patienten zu rücken. Nur so kann eine frühzeitige Diagnose und Behandlung durch den Arzt erfolgen.  

 

(PM; CAS) (Townsend et al. European Heart Journal 2016. doi:10.1093/eurheartj/ehw334)


Metaanalyse zeigt: Eier sind nicht so schädlich wie angenommen!

 

Hohes Cholesterin ist ein Risikofaktor für das Entstehen einer koronaren Herzkrankheit und Schlaganfall. Viele Menschen assoziieren mit einem hohen Cholesterin zu allererst den Verzehr von Eiern.

Eine Metaanalyse von 14 Studien zeigt nun, dass die Eier diesen schlechten Ruf nicht verdient haben. So zeigte sich bei der Analyse, dass der Verzehr von einem Ei pro Tag sich sogar schützend auf das Risiko für einen Schlaganfall auswirken kann. Im Bezug auf die koronare Herzkrankheit konnte auch kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem täglichen Verzehr von einem Ei nachgewiesen werden. 

Das Fazit der Studie: Der tägliche Verzehr von einem Ei ist bezüglich einer Schädigung von Herz und Gefäßen unbedenklich. Eier enthalten viel Protein, essenzielle Fettsäuren, Antioxidantien, Vitamine sowie Mineralien und sollten daher zu einer gesunden Ernährung dazugehören. Gleichzeitig gilt es Risikofaktoren wie Rauchen und einen schlechten Lebensstil zu modifizieren, um einer koronaren Herzkrankheit, einem Schlaganfall und weiteren Erkrankungen vorzubeugen – ohne auf das Frühstücksei verzichten zu müssen!

 

(MR; CAS) (Alexander et al Journal of the American College of Nutrition 2016)  


Statine: Negative Medienberichte führen zu frühzeitigen Therapieabbrüchen

 

Statine sind gut wirksame Medikamente zur Cholesterinsenkung, die bei vielen Patienten in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen eingesetzt werden und die Häufigkeit von Herzinfarkten reduzieren.

In einer dänischen Studie wurden kürzlich verschiedene Einflussfaktoren auf die Therapietreue von Patienten, denen Statine verschrieben wurden, untersucht. Betrachtet wurde die Gesamtbevölkerung Dänemarks. Fast 700 000 Menschen im Alter von über 40 Jahren sollten im Zeitraum von 1995 bis 2010 mit der Einnahme von Statinen beginnen. Die Häufigkeit eines Therapieabbruchs in den ersten sechs Monaten stieg in diesen 15 Jahren von 6% auf 18% an.  Frühe Therapieabbrüche aus verschiedenen Gründen sind ein häufiges Problem und können schwerwiegende Konsequenzen haben. In der Studie waren sie u.a. mit einem um 26% erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt verbunden.

 

Ein möglicher Grund für den Therapieabbruch ist das Auftreten von unerwünschten Wirkungen. Die Studie zeigte, dass aber auch anderen Einflussfaktoren eine große Bedeutung zuzuschreiben ist. Dazu gehören z.B. der Lebensraum, Nationalität und Geschlecht, aber auch Berichte über Statine in den Medien. Da Statine in den letzten Jahren immer häufiger verschrieben werden, wurden sie auch vermehrt zum Thema in der Öffentlichkeit. Vor allem die unerwünschten Wirkungen, aber auch die Notwendigkeit der Cholesteinsenkung im Allgemeinen werden in den Medien zum Teil kritisch diskutiert. Dabei sind die Berichte teilweise kaum wissenschaftlich begründet (zum Beispiel der Arte-Dokumentarfilm „Cholesterin, der große Bluff“, Ausstrahlung im Oktober 2016), obwohl sowohl die Notwendigkeit einer Cholesterinsenkung bei Risikopatienten als auch die Wirksamkeit von Statinen in verschiedenen wissenschaftlichen Studien bewiesen wurde.

 

In der zitierten dänischen Studie zeigte sich, dass Patienten, die negative Reportagen über Statine gesehen, gelesen oder gehört hatten, ein um 9% höheres Risiko hatten, die Therapie frühzeitig abzubrechen und damit auch häufiger Herzinfarkte erlitten. Positive Berichte hingehen senkten das Risiko für einen Therapieabbruch um 8%.

 

Dies zeigt, wie wichtig eine umfassende Aufklärung über den Nutzen der Therapie durch den behandelnden Arzt ist,  damit Patienten die notwendigen wissenschaftlich fundierten Informationen erhalten und  mit falschen Vorurteilen aufgeräumt werden kann.

In jedem Fall ist eine Senkung der Cholesterinwerte bei Patienten mit erhöhten Werten und entsprechendem Risiko ein wichtiges Therapieziel zur Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen. Dies kann durch eine Änderung des Lebensstils (gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, kein Rauchen etc.) erfolgen bzw.  unterstützt werden, häufig sind aber cholesterinsenkende Medikamente wie Statine notwendig. Seltene unerwünschte Wirkungen können in den meisten Fällen durch eine Dosisanpassung oder einen Präparatwechsel behandelt werden.

 

(CH;CAS) (Nordestgaard, Nielsen. European Heart Journal 2015; doi:10.1093) 


Schützen Gottesdienstbesuche vor Krankheit?

 

Dieser Frage ging eine Studie der Harvard T. H. Chan School of Public Health nach. Dabei wurden 74534 Frauen zu ihrer Regelmäßigkeit von Gottestdienstbesuchen befragt und über 16 Jahre beobachtet. Es zeigte sich, dass Frauen, die häufiger als ein Mal pro Woche einen Gottesdienst besuchten, eine um ein Drittel niedrigere Rate der Gesamtsterblichkeit aller Ursachen hatten. Das Sterberisiko war besonders für Brust- und Darmkrebs und auch für kardiovaskuläre Erkrankungen bei den regelmäßigen Besucherinnen bedeutend niedriger. Die Forscher korrigierten ihr Analyse für Einflussfaktoren wie soziale Unterstützung, Optimismus, Rauchen und Depression.

Der Einfluss von religiösem Leben auf die Gesundheit in dieser Studie ist verblüffend. Eine mögliche Erklärung ist ein intensives soziales Netzwerk der Gottesdienstbesucherinnen. Dieser mögliche Zusammenhang sollte von Ärzten in der Beratung ihrer Patienten berücksichtigt werden.  

 

(PM;CAS) (Li et al. JAMA Intern Med. 2016;176(6):777-785)


Auf die Proteinquelle kommt es an

 

Dass die Zusammensetzung unserer Ernährung aus den großen Nährstoffgruppen (Proteine, Kohlenhydrate und Fette) große Auswirkungen auf Gesundheit und Gewicht hat, ist allgemein bekannt. Studien zeigen beispielsweise, dass eine proteinreiche und kohlenhydratarme Ernährung positive Effekte auf beides haben kann.

Proteine sind in verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten. Eine große Gruppe stellen tierische Eiweiße aus Fleisch, Fisch, Milchprodukten oder Eiern dar. Die andere großen Gruppe sind  pflanzliche Proteine, beispielsweise aus Getreideprodukten, Nüssen oder Gemüse.

In einer kürzlich im Journal der Amerian Medical Association (JAMA) veröffentlichten Studie verglichen Forscher den Einfluss von tierischen und pflanzlichen Eiweißen auf die Sterblichkeit der Probanden. Dabei wurden die Daten aus zwei großen Studien mit über 130.000 Teilnehmern verwendet, die über einen Zeitraum von bis zu 32 Jahren regelmäßig Ernährungsfragebögen ausgefüllt hatten.

Ein hoher Anteil tierischer Proteine an der Ernährung der Teilnehmer war mit einem um 8% erhöhten Sterberisiko an einer kardiovaskulären Erkrankung verbunden.  Besonders deutlich war die Assoziation zwischen einem erhöhten Sterberisiko und dem häufigen Konsum von verarbeitetem roten Fleisch. Geflügel oder Fisch hatten dagegen keinen negativen Einfluss. Ein hoher Anteil an pflanzlichen Proteinen war mit einem geringeren Sterberisiko verbunden, sowohl generell als auch spezifisch an kardiovaskulären Ursachen.

Deutlich waren die Ergebnisse für die Substitution tierischer Proteine durch pflanzliche Proteine. Wurden 3% der Energieaufnahme durch tierische Proteine durch pflanzliche Proteine ersetzt, führte dies zu einem um 34% geringeren Sterberisiko.

All diese Ergebnisse galten aber nur für Teilnehmer mit mindestens einem zusätzlichen Risikofaktor, z.B. Rauchen, übermäßigem Alkoholgenuss oder Übergewicht.

 

Die Studie zeigt also einmal mehr, dass eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen und wenig bereits verarbeiteten Produkten, verbunden mit einem rundum gesunden Lebensstil, wichtig ist für die Gesundheit. Die Studienergebnisse sagen nicht aus, dass auf tierische Eiweiße verzichtet werden sollte - im Gegenteil, sie sind eine wichtige Proteinquelle. Hervorzuheben ist allerdings, dass verarbeitetes rotes Fleisch mit Vorsicht genossen werden sollte.

 

 (CH; CAS) (Song et al. JAMA Intern Med. 2016; 176 (10):1453-1463)


Schon 2,5 Stunden Sport pro Woche verringern die Krebs-Sterblichkeit

 

Wie viel Sport ist nötig? Dies ist eine oft gestellte Frage. Eine Metaanalyse zeigt nun, wie viele Stunden an körperlicher Bewegung pro Woche nötig sind, um einem Todesfall in Folge einer Krebserkrankung vorzubeugen.

Dazu wurden die Daten aus 71 Kohortenstudie ausgewertet. Man berechnete  die Stunden Pro Woche, in denen moderate körperliche Arbeit geleistet wurde, und als MET (= metabolisches Äquivalent = Energieverbauch von 1 kcal pro kg Körpergewicht pro Stunde).

Die Auswertung zeigte, dass schon 2,5 Stunden moderate körperliche Bewegung das Risiko in Folge einer Krebserkrankung zu sterben um 13 % senken.  Noch stärker profitieren Menschen, die schon eine Krebserkankung überstanden hatten. Körperliche Bewegung im Sinne von führt bei ihnen zu einer Reduzierung des Risikos für einen Krebstod um 22 %. Eine Steigerung über 5 Stunden Sport pro Woche hatte kaum einen Effekt. Es reicht also schon ein moderater Zeitaufwand pro Woche aus, um das Risiko an Krebs zu versterben zu verringern.

(MR;CAS) (Li et al. Br J Sports Med 2015-094927)


Die Gangart beeinflusst das Denken

 

Langsames Gehen, kaum mitschwigende Arme und seitliches Schwanken des Körpers – so wird das Gangbild von Menschen mit Depressionen beschrieben. Eine Studie zeigt jetzt, dass dieses Bewegungsmuster auch ein weiteres Symptom der Depression beeinflusst – die affektive Verzerrung. Dies bedeutet, dass depressive Menschen sich an negative Dinge besser erinnern können als an positive.

Dazu ließen Forscher Studenten auf einem Laufband bei konstanter Geschwindigkeit laufen. Diese normale Gangart war dann der Ausgangspunkt für verschiedene Bewegungsmuster, die die Studenten ausprobieren sollten.  Währenddessen wurden ihnen jeweils 20 negative bzw. positive Worte aufgezählt. Ohne Vorankündigung sollten sie diese nach einigen Minuten wiedergeben.

Bei der depressiven Gangart konnten sie sich im Durchschnitt an 5,47 positive und 5,63 negative Worte erinnern. Bei einem glücklicheren Bewegungsmuster mit aufrechter Haltung und mitschwingenden Armen erinnerten sich die Studenten an 2,2 positive Worte mehr und an 0,16 negative weniger. 

Es zeigte sich also: Je „glücklicher“ die Gangart, desto größer ist der Anteil an positiven Erinnernungen. Für ein postives Lebensgefühl kommt es also nicht nur darauf an, wie viel man geht, sondern auch wie man geht.

(MR;CAS) (Michalak et al. J Behav Ther&Exp Psychiat 2015; 46: 121-5)


Globale Bedrohung durch Schlaganfall: Über 90 % der Risikofaktoren sind modifizierbar

 

 

Der Schlaganfall ist weltweilt die zweithäufigste Todesursache. Außerdem stellt er eine Hauptursache für Behinderungen dar.  Die Auswertung von Daten aus der Global Burden of Disease Study 2013 zeigt nun, in wieweit der Erkrankung durch die Modifizierung von Risikofaktoren vorgebeugt werden kann. Dazu wurden Daten aus dieser Studie aus dem Zeitraum von 1990 bis 2003 hinsichtlich Risikoverhaltens beider Geschlechter im Zusammenhang mit dem  Auftreten von Schlaganfällen analysiert.

Es zeigte sich, dass über 90 % der Faktoren, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen, modifizierbar sind. Dabei gehören alltägliche Verhaltensweisen wie Rauchen, schlechte Ernährung und wenig Bewegung zu der Gruppe, die den größten Einfluss auf das Schlaganfallrisiko hat. Metabolische Faktoren wie hohes Cholesterin und hohe Nüchternglukosewerte sowie Umweltfaktoren folgen auf den nächsten Plätzen. Dabei hat vor allem die Luftverschmutzung in den letzten Jahren global stark zugenommen, sodass sie jetzt auch für einen Großteil der Schlanganfälle mitverantwortlich gemacht wird. Das zeigt sich vor allem in Ländern, in denen das Einkommen sehr gering ist.

Die Forscher weisen daraufhin, dass nicht nur die Veränderungen von Verhaltensweisen und metabolischen Faktoren, sondern auch die Modifizierung von Umweltfaktoren in der Prävention von Schlaganfällen eine große Rolle spielt. Deshalb ist besonders der Stellenwert der Luftverschmutzung nicht zu unterschätzen.

 

 

(MR;CAS) (Feigin et al. Lancet Neurol 2016)


Mit Bewegung gegen Depressionen

 

Wer aktiv ist, hat eine höhere Lebensqualität. Das gilt nicht nur für gesunde Menschen.

Eine aktuelle Langzeitstudie zeigt: Körperliche Bewegung führt bei Frauen mit einer Depression zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik. Über 1900 Frauen wurde von 2001 bis 2010 zu ihrer körperlichen Aktivität und ihrer Lebensqualität gefragt. Gemessen wurde die Aktivität dabei in Gehminuten und nach Intensität.

Frauen, die pro Woche mehr als 200 Minuten gehend bzw. mehr als 80 Minuten laufend verbrachten,  steigerten ihre Lebensqualität am meistens. Nach 3 Jahren zeigten sich starke Verbesserungen der körperlichen und sozialen Funktionsfähigkeit sowie der Vitalität. Auch in anderen Bereichen profitierten diese Frauen.Teilnehmerinnen mit nur  13, 5 Gehminuten in der Woche hatten eine sigfikante schlechtere Lebensqualität als aktivere Frauen.

Diese Ergebnisse zeigen, dass schon ein paar Minuten spazieren gehen täglich zu einer großen Verbesserung im Wohlbefinden depressiver Frauen führen.

 

(MR;CAS) (Heesch et al. J Prev Med 2015; 48(3):281-91)


Ein Kapitel pro Tag: Wer liest, lebt länger

 

Nicht nur Bewegung und gesunde Ernährung verlängern das Leben. Eine amerikanische Studie hat nun herausgefunden, dass Menschen, die viel lesen, länger leben.

Dazu wurden über 3000 Personen ab 50 Jahren zu ihren Lesegewohnheiten befragt und über fast 10 Jahre beobachtet. Es zeigte sich, dass tägliches Lesen das Leben der Senioren im Durchschnitt um 23 Monate verlängerte. Der positive Effekt auf die Mortalität zeigte sich schon, wenn Personen mindestens 3,5 Stunden in der Woche ein Buch zur Hand nahmen.

Das Fazit der Studie: Leser haben gegenüber den Nicht-Lesern einen Überlebensvorteil von 20 %! Besonders jetzt, da wir nun in die kalten Jahreszeiten übergehen,ist es nur zu empfehlen,  sich nach einem schönen Herbstspaziergang mit einem Buch und einer Tasse Tee gemütlich auf die Couch zu setzen und zu lesen.

 

(MR;CAS) (Bavishi et al Soc Sci Med 2016;164:44-8)


Diabetiker: Erektile Dysfunktion erhöht das Risiko für einen stummen Herzinfarkt

 

Diabetes führt häufig zur Durchblutungsstörungen in kleinen Gefäßen. Dies äußert sich dann zum Beispiel in der erektilen Dysfunktion. Dass das Auftreten solcher Störungen ist ein Zeichen für Durchblutungsstörungen größerer Gefäße (z.B. der Herzkranzgefäße) sein kann, zeigt eine aktuelle Studie.

Dabei wurden 20 Diabetiker mit bestehender erektiler Dysfunktion, aber ohne Symptome einer Herzerkankung untersucht. Durch eine CT-Untersuchung konnte einer Verengung der Herzkranzgefäße bei 13 Teilnehmern festgestellt werden. Es zeigt sich auch, dass ein Zusammenhang zwischen der Schwere der erektilen Dysfunktion und der Höhe des kardiovaskulären Rsikos bestand.

Obwohl nur 20 Männer untersucht wurden, zeigt die Studie sehr deutlich, dass man bei Diabetikern mit erektiler Dysfunktion das Herz intensiv untersuchen sollte.

 

(MR;CAS) (Abdelhamed et al.  Sex Med 2016; Epub Jun 30)


Vollkornprodukte senken die Sterblichkeit

 

Vollkornprodukte enthalten Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien, Phytochemikalien und andere bioaktive Komponenten, die allesamt gesundheitsfördernd wirken. In einer amerikanischen Übersichtsarbeit wurden 14 Studien mit insgesamt über 700 000 Teilnehmern zum Thema Vollkornprodukte verglichen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf den Einfluss des Konsums von Vollkornprodukten auf die Sterblichkeit.

Die Gruppe der Studienteilnehmer mit dem größten Konsum von Vollkornprodukten wurde mit der Gruppe mit dem Konsum der kleinsten Mengen verglichen. Dabei war das Gesamt- Sterberisiko der Menschen, die viele Vollkornprodukte zu sich nahmen, um 16 %  geringer. Das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, war um 18 %  geringer und das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, war um 12 % geringer.

Im Rahmen der sogenannten Dosis-Wirkungs-Analyse zeigte sich außerdem: je mehr Vollkornprodukte konsumiert werden, desto niedriger ist das Sterberisiko. Für die kardiovaskulären Erkrankungen war dies am stärksten ausgeprägt. Bei 10g Vollkorn/Tag sank das Risiko um 8%,  bei 30g um 19%, bei 50g um 22% und bei 70g um 23%.

Greifen Sie also bei Backwaren, Nudeln, Reis oder auch Knabberartikeln häufiger zur Vollkornalternative - Ihr Herz wird es Ihnen danken! Eine große Portion Vollkornmüsli mit hohem Vollkornanteil (50-70%)  ist beispielsweise ein guter Start in den Tag.

 

(CH; CAS) (Zong et al. Circulation 2016; 133:2370-2380)


Omega-3-Fettsäuren: Prävention der koronaren Herzkrankheit

 

Omega-3-Fettsäuren können vom Körper selbst nicht hergestellt und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Man bezeichnet sie deshalb auch als essenzielle Nährstoffe. Viele Studien zeigten schon, dass diese mehrfach gesättigten Fettsäuren in der Primärprävention von Krankheiten eine große Rolle spielen.

Nun zeigt eine aktuelle amerikanische Studie diesen Zusammenhang auch anhand spezifischer Biomarker. Dazu wurden Daten aus 19 Studien analysiert. Die Auswertung zeigt, dass der Nachweis der Omega-3-Fettsäure-Biomarker ALA (alpha-Linolensäure), DPA (Docosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) mit einem geringeren Risiko für eine tödliche koronare Herzkrankheit assoziiert ist. Die tägliche Erhöhung der Zufuhr sorgt für eine Risikosenkung um 10 %.

Grund dafür ist der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf viele kardiovaskuläre Risikofaktoren. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren beeinflussen Blutdruck, Herzfrequenz, Endothelfunktion und den Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels. Besonders reich an Omega-3-Fettsäuren sind  fettereiche Kaltwasserfische wie Lachs und Thunfisch, Chiasamen, Lein-, Walnuss- und Rapsöl. Im Rahmen eines gesunden Lebensstils und zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen sollten diese Lebensmittel einen festen Platz in der Ernährung haben.

 

(MR;CAS) (Del Gobbo et al. JAMA Intern Med, published online June 27, 2016)


Effekt von Schockbildern auf Zigarettenschachteln wissenschaftlich bewiesen

 

Seit dem 20. Mai 2016 müssen Zigarettenschachteln in Deutschland zu zwei Dritteln zusätzlich zu den bereits etablierten Warnhinweisen mit deutlich sichtbaren Schockbildern versehen werden. Raucher müssen sich also zwangsweise vor dem Griff zur Zigarette die Bilder von teerverklebten Lungen, Krebsgeschwüren oder verfaulten Zähnen oder Extremitäten vor Augen führen. Doch lohnt sich dieser Aufwand wirklich und kann diese Maßnahme tatsächlich dazu motivieren, das Rauchen aufzugeben?

Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten amerikanischen Studie mit über 2000 Probanden aus Kalifornien und North Carolina zeigen deutliche Effekte der Bilder. Die Probanden – Raucher mit einem Verbrauch von mindestens sieben Zigaretten pro Woche - wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe durfte für einen Zeitraum von vier Wochen nur Zigaretten aus Packungen mit Warnbildern konsumieren, die andere Gruppe blieb bei den Zigarettenpackungen mit schriftlichen Warnhinweisen.

Die Horrorbilder hatten einen erstaunlichen Effekt. 40 Prozent der Probanden in der Gruppe mit den Bildern blieb innerhalb der vier Wochen für mindestens einen Tag rauchfrei. Dies gelang in der Gruppe mit den bilderfreien Packungen nur 34 Prozent.

Zudem gelang es 5,7 Prozent der Teilnehmer der Bilder-Gruppe, in den letzten sieben Tagen der Studie komplett rauchfrei zu bleiben, im Gegensatz zu nur 3,8 Prozent in der Vergleichsgruppe.

Auch wenn die Langzeitwirkungen der neuen Zigarettenpackungen damit noch nicht untersucht sind, wurde gezeigt, dass die Schockbilder tatsächlich ein größerer Anreiz sein können, das Rauchverhalten kritisch zu hinterfragen.  

Die Probanden in der Bildergruppe gaben signifikant häufiger an, dass die Warnungen auf den Zigarettenpackungen negative Emotionen bei Ihnen hervorriefen. So waren sie motivierter, hin und wieder auf eine Zigarette zu verzichten oder sogar zu versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.

 

(CH; CAS) (Brewer et al. JAMA Intern Med. 2016; 176(7): 905-912)


WOSCOPS-Studie zeigt: Statintherapie hat gute Langzeitwirkung

 

Statine senken effektiv den Cholesterinspiegel im Blut und sind deshalb wirksame und häufig eingesetzte Medikamente, unter anderem in der Primär- und Sekundärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen.

Die  „West of Scotland Coronary Prevention Study“ (WOSCOPS) war ursprünglich darauf angesetzt, die Wirksamkeit von Statinen in der Primärprävention zu untersuchen. Eingeschlossen wurden Männer im Alter von 45 bis 64 Jahren mit erhöhten LDL-Cholesterinwerten  von mindestens 155 mg/dl (das „schlechte“ Cholesterin).  Eine Gruppe nahm über einen Zeitraum von ca. 5 Jahren 40mg Pravastatin pro Tag ein, die andere Gruppe ein Placebo.  Der niedrige Altersdurchschnitt der Studienteilnehmer sowie die Verfügbarkeit der Daten ihrer elektronischen Gesundheitskarten im Follow-up machten lange Nachbeobachtungen möglich.

Aktuelle Daten zeigen die erstaunlichen Effekte der Therapie 20 Jahre nach Ende der Studie: Im Pravastatin-Arm war die Gesamtmortalität (alle Ursachen) um 13% geringer, vor allem die kardiovaskuläre Mortalität war 21% geringer als im Placebo-Arm. Bei den nicht-kardiovaskulären Todesursachen und Krebserkrankungen gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Bemerkenswert ist dabei, dass die meisten Teilnehmer die Statineinnahme nach den fünf Jahren nicht fortsetzten. Die Daten werfen also die Frage auf, ob eine lebenslange Statintherapie in jedem Fall notwendig ist, oder ob auch schon eine zeitlich begrenzte Therapie einen gewünschten Nutzen erzielen kann. In jedem Fall wird aber deutlich, dass die Medikamentengruppe der Statine ein sehr wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil in der Prävention kardiovaskulärer Ereignisse ist.

 

(CH; CAS) (Ford et al. Circulation 2016; 133(11): 1073-1080)


Obstkonsum senkt das kardiovaskuläre Risiko – auch in China!

 

 

Eine großangelegt Studie zeigt, dass der für die westliche Population schon bewiesene  Zusammenhang auch in China gilt: Ein höherer Obstverzehr ist mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden.

Um diesen Zusammenhang nachzuweisen wurden über 500.000 Chinesen im Alter zwischen 30 und 79 Jahren über 4 Jahre beobachtet.  Nur 18 % gaben an, täglich frisches Obst zu essen – ein Trend der in China seit vielen Jahren zu beobachten ist.

In der Studie zeigte sich, dass täglicher Obstverzehr zu einem erneidrigten Blutdruck (um 4 mmHg) und zu einem niedrigeren Blutzuckerspiegel führt. Außerdem zeigte siche eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen dem Auftreten kardiovaskulärer Erkankungen und der konsumierten Obstmenge. So traten zum Beispiel koronare Herzerkankungen und Schlaganfälle in der Gruppe die täglich frisches Obst verzehrte viel seltener auf. Je weniger Obst gegessen wurde, desto höher war das Risiko.

 

(MR;CAS) (Du et al. N Engl J Med. 2016;374(14):1332-1343)


Bewegung ist ein wichtiger Therapiebestandteil bei chronischen Erkrankungen

 

Dass Bewegung einen positiven Effekt auf die Behandlung chronischer Erkrankungen haben kann -  teilweise vergleichbar mit dem Erfolg einer medikamentösen Therapie – wurde bereits in vielen Studien nachgewiesen. Wichtig ist, dass die Bewegung,  ob sportliche Aktivität oder Physiotherapie, genau wie jede andere medizinische Therapie individuell an jeden Patienten und dessen Gesundheitszustand angepasst wird. Denn nur bei korrekter Durchführung können die in Studien gezeigten Erfolge erreicht werden.

 

Damit die behandelnden Ärzte Bewegung tatsächlich adäquat „verschreiben“ und ihre Patienten unterstützen können, brauchen sie detaillierte und evidenzbasierte Informationen, welche „Bewegungstherapie“ welcher Intensität bei welcher Erkrankung angemessen ist. Kanadische Wissenschaftler haben in einer aktuellen Übersichtsarbeit Studienergebnisse aus den letzten 15 Jahren analysiert und Informationen zur Verschreibung von Bewegung bei verschiedenen chronischen Erkrankungen zusammengestellt.

Für die koronare Herzkrankheit konnte beispielsweise in 47 Studien mit über 10 000 Teilnehmern gezeigt werden, dass durch kardiale Rehabilitation, die auf Bewegung basiert,  die Gesamt-Sterblichkeit durchschnittlich um 13% gesenkt werden kann, die kardiovaskuläre Sterblichkeit sogar um 26%.  Bei Herzinsuffizienz-Patienten ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen bei denen, die sich regelmäßig bewegen, signifikant geringer und die Lebensqualität höher.

Generell lautet die Anweisung, dass Patienten mit Herzerkrankungen stets innerhalb ihrer Belastungstoleranz bleiben sollten. Ein langsames, schrittweises Vorgehen ist wichtig. Empfohlen wird hier eine Kombination aus „aerobem“ Ausdauertraining (z.B. Rudern, Ergometer) geringer bzw. moderater Intensität und moderatem Krafttraining mit Widerstand, allerdings unter Anleitung eines Physiotherapeuten oder ausgebildeten Trainers. Das Training sollte 4-5 Mal pro Woche 30-90 Minuten lang erfolgen, dabei gibt es Alternativen, je nach  Gesundheitszustand des Patienten.

In dem Review wurden weiterhin evidenzbasierte Informationen zu körperlicher Bewegung bei Diabetes mellitus Typ 2, chronischem Müdigkeitssyndrom, Rückenschmerzen, Arthritis oder COPD veröffentlicht. Sie zeigen, dass Bewegung sich bei all diesen Erkrankungen positiv Erkrankung auswirkt, wenn Patienten dabei angemessen betreut und beraten werden.

 

(CH;CAS) (Hoffmann et al. CMAJ 2016. DOI: 10.1503)


Doch kein Demenz-Problem für unsere Gesellschaft?!

 

Unsere Gesellschaft wird immer älter.  Deshalb würde man erwarten, dass auch immer mehr Menschen an Demenz erkranken. Dass dem offenbar doch nicht so ist, zeigt jetzt die Analyse von Daten der Framingham-Studie, in deren Rahmen man seit Mitte der 70er Jahre neben vielen anderen Aspekten das Auftreten der Demenz analysierte. Dabei wurden Daten von über 5000 Personen im Alter über 60 Jahren miteinbezogen.  Es zeigte sich, dass das alterspezifische Auftreten der Demenz seit mehr als drei Jahrezehnten immer stärker abnimmt. In den letzten Analysen von 2008 erkrankten 44 % weniger Menschen als noch bei den ersten Erhebungen.  Allerding betraf dies nur Personen, die mindestens  einen Highschool-Abschluss hatten. Neben der Demenzrate verbesserte sich auch die kardiovaskuläre Gesundheit. Bei Adipositas und Diabetes zeigte sich jedoch ein negativer Trend. Es sind immer mehr Fälle zu verzeichnen.

Über den genauen Grund der sinkenden Inzidenzrate kann nur spekuliert werden.  Es wird vermutet, dass zum Beispiel eine effektivere Behandlung von Schlaganfällen und Herzerkrankungen etwas damit zu tun haben könnte. Es ist in jedem Fall beruhigend, dass trotz demographischen Wandels keine explosionsartige Häufung der Demenz erwartet werden muss.

 

 (MR;CAS) (Satizabal et al., N Engl J Med 2016;374:523-532) 


 Lebensstilbeartung hat lebenslangen Effekt

 

In den 70er Jahren startete in Oslo eine Studie, in die  Männer mit hohem kardiovaskulären Risiko eingeschlossen wurden. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt. Während die eine Gruppe jedes halbe Jahr eine Lebenstilberatung erhielt, fand in der Kontrollgruppe keine Beratung statt. Zu den Themen der Lebensstilberatung gehörten unter anderem Tipps für eine gesunde, mediterrane Ernährung, Gewichtsreduktion und Tabakentwöhnung.

Nach fünf Jahren zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine um 47 % reduzierte Herzinfarktrate.  Noch beeindruckender ist aber, dass die Forscher nun nach 40 Jahren feststellen konnte, dass immernoch weniger Menschen aus der Gruppe mit der Lebenstillberatung am Herzinfarkt sterben.

Es lohnt sich also Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Risiko oder bereits bestehenden Erkrankungen zu gesunder Ernährung und Rauchstopp anzuhalten.

 

(MR;CAS) ( Holme et al., J Intern Med 2016; doi:10.1111/joim.12485)    

 


Koffeinkonsum und Herzrhythmusstörungen -  Neue Studie zeigt: Kein Grund zur Sorge!

 

Über die Wirkung von Koffein auf das Herzkreislaufsystem wird viel diskutiert. Die weit verbreitete Vorstellung, dass Koffein grundsätzlich schädlich ist, ist mittlerweile veraltet. Es wurden vielmehr verschiedene positive Effekte von koffeinhaltigen Getränken nachgewiesen. Eine weit verbreitete Idee ist zum Beispiel, dass Koffeinkonsum das Herz aus dem Takt bringt, also unter anderem Extrasystolen hervorruft.

In einer Beobachtungsstudie aus den USA wurde nun der regelmäßige Koffeinkonsum von über 1000 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 72 Jahren per Fragebogen ermittelt und das Auftreten von Herzrhythmusstörungen mittels eines 24-Stunden-EKGs dokumentiert.  Dabei wurde kein signifikanter Zusammenhang zwiwschen der täglich konsumierten Koffeinmenge (in Kaffee, Tee oder Schokolade) und dem Auftreten von Arrhythmien nachgewiesen. Dies passt zu vorangegangenen Studien zum Thema, die ähnliche Ergebnisse erzielten, dass Kaffeekonsum das Risiko z.B. für Vorhofflimmern nicht erhöht.

Den Studienergebnissen zu Folge ist es also nicht notwendig, auf koffeinhaltigen Kaffee, Tee oder auf Schokolade zu verzichten, um Herzrhythmusstörungen vorzubeugen. Im Gegenteil – Kaffee kann verschiedene positive Effekte haben, es wurde beispielsweise eine Reduktion des Diabetes- und Krebsrisikos beschrieben.

 

(CH; CAS) (Dixit et al. J Am Heart Association 2016;5: e002503)


Tanzen ist gut für die Gesundheit!

 

Es ist allseits bekannt, dass regelmäßige körperliche Aktivität und ein gutes Fitnesslevel das Leben verlängern und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen senken. Da bei verschiedenen körperlichen Aktivitäten das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und auch das Gehirn unterschiedlich gefordert werden, haben sie auch unterschiedlich gute Auswirkungen auf die Gesundheit.

Eine Analyse verschiedener Britischer Kohortenstudien mit fast 50 000 Teilnehmern im Alter von über 40 Jahren hat die positiven Auswirkungen von Tanzen und Walking auf das kardiovaskuläre Risiko der Teilnehmer untersucht. Dabei zeigte sich, dass beide Sportarten das Sterberisiko durch kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich verringerten, Walking um ca. 30% und Tanzen sogar um ca. 50%. Dies gilt für beide Sportarten in moderater Ausführung. Beim Tanzen heißt das, dass die Teilnehmer dabei ins Schwitzen kommen, beim Walken rasche bzw. schnelle Geschwindigkeit. Im Mittel bewegten sich die Teilnehmer beim Tanzen vier Stunden pro Woche, beim Walking drei Stunden pro Woche.

Der große Effekt des Tanzens hat verschiedene Gründe. Tanzen ist eine multidimensionale körperliche Aktivität, sie vereint physische, kognitive, emotionale und soziale Elemente. Als soziale Aktivität mit dem Partner oder in der Gruppe macht die körperliche Bewegung Spaß, außerdem hilft sie bei der Entspannung und beim Stressabbau. Tanzen kann außerdem mit Phasen stärkerer und geringerer Intensität als „Intervalltraining“ wirken, was besonders gut für das Herz-Kreislauf-System ist. Des Weiteren hatten Tänzer/innen in der Studie einen insgesamt gesünderen und aktivieren Lebensstil, außerdem wurde die körperliche Bewegung langfristig regelmäßig beibehalten.

Ein Tanzkurs bringt also nicht nur Spaß und Schwung in den Alltag, er ist auch gesund für das Herz!

 

(CH, CAS) (Merom et al. Am J Prev Med 2016, online 1 March 2016)


Gesundheitsförderung spielt für Arbeitnehmer immer größere Rolle

 

Eine Studie im Auftrag des Klinikkonzerns Asklepios zeigt: Für fast jeden zweiten Arbeitnehmer sind betriebliche Angebote zur Gesundheitsförderung ein wichtiges Kriterium bei der Jobsuche. Besonders in Metropolen und unter jungen Menschen gewinnen Angebote zu gesundem Essen und Gemeinschaftssport, wie Yoga oder Gymnastik, zunehmend an Bedeutung. Deutlich verhaltener werden Angebote genutzt, die auf eine Umstellung der Lebensweise abzielen. So werden Schulungen zur Stressbewältigung und Änderung des Essverhaltens nur von 19 % der Befragten besucht. 85 % der Befragten geben an auch unabhängig von Angeboten der Arbeitgeber etwas für ihre Gesundheit zu tun. Dabei stehen vor allem Vorsorgeuntersuchungen und gesunde Ernährung im Vordergrund.

In der Umfrage zeigte sich auch, dass  viele gute Vorsätze für ein gesünderes Leben nicht umgesetzt werden. 48 % der Befragten geben Stress als den Faktor an, der sie von der Umsetzung abhält.

Dabei ist besonders für gestresste Arbeitnehmer ein Ausgleich mit Sport und gesunder Ernährung zur Kompensation und für die körperliche und psychische Gesundheit wichtig. Deshalb wird geraten sich über betriebliche Gesundheitsförderung zu informieren und Angebote wahrzunehmen. Neben der körperlichen Gesundheit ist bei der Auswahl der Angebote auch das psychische Wohlbefinden nicht zu vernachlässigen.

(MR;CAS) (Asklepios Kliniken GmbH Studie „Gesundheitsförderung“ 9.3.2016)


Effektivität von Programmen gegen sexuellen Missbrauch an Universitäten wissenschaftlich bewiesen

 

Sexueller Missbrauch ist aktuell ein wichtiges und viel diskutiertes Thema – so auch seit langem an nordamerikanischen Universitäten. Es wird angenommen, dass  mindestens 20 Prozent der Studentinnen in einem Zeitraum von vier Jahren am College Opfer eines sexuellen Übergriffs werden! Dies kann zu gesundheitlichen Schäden wie posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen und Alkoholmissbrauch führen.

In einer Studie untersuchten kanadische Wissenschaftler die Effektivität des Workshops „Assess, Acknowledge, Act“.  Das Programm für junge Frauen ist aus vier Unterrichtseinheiten zusammengesetzt. Dabei geht es darum, Risikosituationen besser einschätzen zu können, im Falle einer solchen Situation selbstbewusst aufzutreten, sich zu wehren und für den Notfall Selbstverteidigungstechniken (Wen-Do) anwenden zu können. Außerdem wurden in einem Seminar die Themen Beziehung und Sexualität besprochen.

Im Rahmen  der Studie nahmen 451 Erstsemester-Studentinnen am Workshop teil, während 442 junge Frauen die Kontrollgruppe darstellten. Die Kontrollgruppe erhielt nur Informationsmaterial zum Thema, wie es an den Universitäten bisher üblich ist. Nach einem Jahr war das Risiko, Opfer einer Vergewaltigung geworden zu sein, bei den Frauen, die am Programm teilgenommen hatten, von 9,8% auf 5,2% gesunken. Auch eine versuchte Vergewaltigung war bei den geschulten Frauen seltener aufgetreten. Das lässt vermuten, dass das Programm die Fähigkeit der jungen Frauen, potenzielle Risikosituationen frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen, deutlich verbessert hat. Statistisch gesehen wurde wurde eine zusätzliche Vergewaltigung verhindert für 22 Frauen, die am Programm teilnahmen.

Es wird also deutlich, dass gut organisierte Workshops und Programme gegen sexuelle Übergriffe an Universitäten einen großen Effekt haben und dass in solche Maßnahmen gerade zu Beginn des Studiums investiert werden sollte.  

 

(CH; CAS) (Senn et al. N Engl J Med 2015; 372:2326-35)


DASH-Diät zum sechsten Mal auf Platz 1 der besten Diäten gewählt

 

Der U.S. News and World Report veröffentlicht jedes Jahr ein Ranking der besten Diäten, zusammengestellt von Ernährungsexperten. Die DASH- Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) ist bei den „Best Diets 2016“ zum sechsten Mal in Folge zur besten „Overall“-Diät sowie zur besten Diät für gesunde Ernährung gewählt worden.

Die vom U.S. National Heart, Lung, and Blood Institute entwickelte Diät ist ursprünglich ein diätetischer Ansatz zur Behandlung von Bluthochdruck. Dabei liegen die Schwerpunkte auf einer Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fisch und fettarmen Milchprodukten sowie einer Reduktion des Salzkonsums. Die Kalorienzufuhr muss dabei nicht eingeschränkt werden, allerdings wird beispielsweise der Verzehr von Süßigkeiten und Zucker auf 5 oder weniger Portionen pro Woche reduziert.

Das Ranking betont, dass die besten und gesündesten Ernährungsprogramme – sowohl zum Abnehmen, als auch für die Gesundheit im Allgemeinen – nachhaltig, flexibel und auch lecker sein müssen, damit sie langfristig umsetzbar sind. Dass die DASH- Diät all diese Kriterien erfüllt, macht sie so erfolgreich.  

 

(CH, CAS) (DASH Diet Ranks Best for Sixth Time. Medscape. Jan 11, 2016)


Fitness in jungen Jahren hat große Auswirkungen auf ein gesundes Herz im Alter!

 

Die CARDIA-Studie aus den USA zeigt: Wer im jungen Erwachsenenalter viel Ausdauersport treibt, senkt damit das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und das Sterberisiko noch 30 Jahre später.

Amerikanische Wissenschaftler beobachteten eine Gruppe von mehr als 4000 Teilnehmern über einen Zeitraum von 27 Jahren. Zu Beginn wurde bei den 18-30-jährigen Teilnehmern mithilfe eines Laufband-Tests die kardiorespirative Fitness gemessen. Diese sagt aus, wie gut Atmung und Blutkreislauf in der Lage sind, den Körper bei körperlicher Belastung mit Sauerstoff zu versorgen. Die Studienteilnehmer wiederholten den Fitnesstest nach sieben Jahren, um Veränderungen des Fitnesslevels zu untersuchen.

Jede Minute, die die Probanden zu Studienbeginn länger auf dem Laufband laufen konnten, war mit einem 15 Prozent geringeren Sterberisiko sowie einem 12 Prozent niedrigeren Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung in den nächsten 27 Jahren verbunden.

Eine Verschlechterung der Ausdauer der Probanden in den ersten sieben Jahren hatte deutliche negative Auswirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit im Alter und die oben genannten Parameter.

Die körperliche Fitness beeinflusst also nicht nur die aktuelle Gesundheit, sondern hilft auch nachhaltig dabei, gesund zu bleiben und das kardiovaskuläre Risiko zu senken!

 

(CH; CAS) (Shah et al. JAMA Intern Med. 2016; 176(1):87-95)


Beeinflussbare Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit

 

Die Alzheimer-Krankheit ist eine typische Erkrankung des Alters. In Deutschland leiden zurzeit etwa 1,2 Millionen Menschen daran, die Tendenz in der alternden Gesellschaft ist steigend. Die bisher noch nicht hinreichend erforschte Krankheitsentstehung und ihre Risikofaktoren sind daher Gegenstand vieler wissenschaftlicher Studien.

Bisher wurden dabei verschiedene Faktoren identifiziert, die einen Einfluss auf die Entwicklung und Entstehung der Krankheit haben. Während zum Beispiel das Alter und eine genetische Disposition nicht beeinflussbar sind, zeigen verschiedene Studienergebnisse, dass zum Beispiel der Lebensstil, also Ernährung oder körperliche Aktivität, das Bildungsniveau,  sowie Medikamenteneinnahme einen Einfluss auf die Alzheimer-Erkrankung haben können.

Asiatische Wissenschaftler konzentrierten sich nun auf diese durch den Einzelnen beeinflussbaren Risikofaktoren, analysierten über 16000 wissenschaftliche Arbeiten aus den Jahren 1968 bis 2014 zu dem Thema, und geben in einer sogenannten Meta-Analyse einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.

Die Risikofaktoren wurden dabei in sieben Gruppen aufgeteilt, die sowohl begünstigende als auch schützende Einflüsse auf die Entstehung der Erkrankung haben können: Vorerkrankungen, biochemische Veränderungen im Blut, Ernährung, Medikamenteneinnahme, Lebensstil, berufliche Gefährdung und psychologische Faktoren.

Vor einer Alzheimer-Erkrankung schützende Faktoren sind dabei  beispielsweise eine gesunde Lebensweise mit hoher körperlicher sowie kognitiver Aktivität und mediterraner Ernährung  mit viel Folsäure, Vitamin E und Vitamin C. Protektiv wirkt auch der Konsum von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken, auch ein moderater Alkoholkonsum wurde mit einem geringeren Risiko in Verbindung gebracht. Verschiedene Medikamente wie Statine, Bluthochdruckmedikamente, bestimmte Schmerzmittel (NSAR) und Östrogene haben ebenfalls eine schützende Wirkung.

Als Risikofaktoren wurden starkes Rauchen, niedriger diastolischer Blutdruck, Vorerkrankungen wie Depression und Karotisatherosklerose, sowie ein hoher Spiegel der Aminosäure Homocystein im Blut identifiziert.

Die Metaanalyse zeigt also, dass es viele beeinflussbare Risikofaktoren gibt, an denen zur Prävention der Alzheimer-Erkrankung angesetzt werden kann.

 

(CH; CAS) (Xu et al. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2015; 86(12):1299-1306)


Medikamentöse Therapie bei Herzpatienten: Gesunde Ernährung bringt zusätzlichen Benefit

 

Es ist allgemein bekannt: Eine gesunde Ernährung kann zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse beitragen.  Eine niederländische Studie zeigt jetzt, dass dieser Aspekt auch unter einer medikamentösen Therapie nicht zu vernachlässigen ist.  Die Forscher konnten zeigen, dass die Ergänzung der Medikamenteneinnahme  durch eine gesunde Erährung das Mortalitätsrisiko weiter senkt.

Über 4000 Herzpatienten im Alter zwischen 60 und 80 Jahren, bei denen innerhalb der letzten 10 Jahre ein Herzinfakrt diagnostiziert wurde, schloss man in die Studie ein. Ihre medikamentöse Therapie entsprach den höchsten geltenden Standards.

Es wurden 2 Diät-Scores erstellt: Zum einen ein gesunder Score (DHNAFs), zu dem Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Volkornprodukte, Fisch, Öle und mageres Fleisch gehören. Auf der anderen Seite der DUNAFs-Score, in den Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- und Zuckeranteil einbezogen wurden. Nach der konsumierten Menge wurden Punkte von 0-4 vergeben und der Score so berechnet.

Nach 6, 5 Jahren Beobachtungszeit zeigte sich, dass die Patienten vermehrt Lebensmittel aus dem gesunden Score konsumierten  (1750 g pro Tag gegenüber 650 g pro Tag). Besonders beeindruckend: Lag der gesunde Score im oberen Fünftel, wurde das Mortalitätsrisiko um 30 % gesenkt. Auch bei guter medikamentöser Therapie sind Herzpatienten somit zu einer gesunden Ernährung angehalten, um diesen zusätzlichen Benefit einzustreichen.

 

 

(MR;CAS) (Sijtma et. al Am J Clin Nutr 2015;102:1527-33)  


Plötzlicher Herzstillstand beim Sport - Auf den Körper hören und auf Warnsignale achten!

 

Ein plötzlicher Herzstillstand (sudden cardiac arrest) kommt völlig unerwartet, das Herz schlägt plötzlich viel zu langsam oder ist durch unsynchrone Kontraktionen (Kammerflimmern) nicht mehr in der Lage, den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten.  Tritt dieses Ereignis beim Sport auf, ist dies besonders schockierend, da Sport doch eigentlich als gesund und schützend vor Herz-Kreislauf- Erkrankungen gilt.

Eine amerikanische Studie unterstreicht, dass man sich durch solche Fälle nicht davon abhalten lassen sollte, Sport zu treiben. Es ist allerdings wichtig, auf den Körper zu hören und wichtige Warnsignale nicht zu ignorieren.

In der Studie wurden insgesamt 1247 Fälle von plötzlichem Herzstillstand bei Patienten im mittleren Alter (35 bis 65 Jahre) untersucht. Nur fünf Prozent davon traten im Zusammenhang mit Sport auf -  beim Sport treiben oder eine Stunde danach - am häufigsten beim Joggen (27%), Basketball (17%), Radfahren (14%) und im Fitnessstudio (11%). Männer hatten dabei ein viel höheres Risiko als Frauen und das mittlere Alter zum Zeitpunkt des Ereignisses lag bei 51 Jahren.

Insgesamt hatten die Menschen, bei denen der plötzliche Herzstillstand beim Sport eintrat, bessere Überlebenschancen. Das liegt daran, dass in sportlichen Einrichtungen und auch an öffentlichen Orten, wie zum Beispiel der Joggingstrecke im Park, in der Regel Helfer in der Nähe sind, die schnell mit einer Reanimation beginnen können. Dass aber nur in einem Drittel der untersuchten Fälle Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgten, zeigt einmal mehr, dass in diesem Bereich weiterhin Schulungs- und Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung besteht.

Bei den sportassoziierten Herzstillständen lag besonders häufig das sogenannte Kammerflimmern vor, das durch die an vielen öffentlichen Orten bereits vorliegenden Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) wirksam unterbrochen werden kann.

In über der Hälfte der untersuchten Fälle waren zum Zeitpunkt des Ereignisses ein oder mehrere kardiovaskuläre Risikofaktoren bekannt, 16% litten bereits an einer KHK (Koronare Herzkrankheit). Außerdem zeigten sich bei 33 % der Patienten in der Woche vor dem Ereignis kardiovaskuläre Symptome wie typischer Brustschmerz, Atemnot oder auch grippeähnliche Symptome. Die Wissenschaftler betonen aber, dass Sport auch bzw. gerade  bei Vorerkrankungen des Herz- Kreislauf- Systems sehr wichtig ist. Regelmäßige Gesundheitschecks und Belastungsuntersuchungen, zum Beispiel ein Belastungs-EKG vor Aufnahme der sportlichen Tätigkeit, sowie ein moderates an den eigenen Fitnesszustand angepasstes Training können dabei das Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand beim Sport senken.

 

(CH; CAS) (Marijon E et al, Circulation 2015;131:1384-1391)


Überraschendes Ergebnis: Kalorienreduktion an nur  2 Tagen in der Woche führt zu effektivem Gewichtsverlust!

 

Um erfolgreich abzunehmen und sein Gewicht dann auch langfristig zu halten, muss das Essverhalten optimiert werden. Viele Menschen fragen sich, ob dabei das Defizit zwischen aufgenommenen und verbrauchten Kalorien jeden Tag groß sein muss.

Eine Veröffentlichung im British Journal of Nutrition zeigt nun, dass dies wohl nicht der Fall ist. In der Studie wurden 115 Frauen mit einem BMI von 24-45 kg/m2 in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe nahm täglich eine Reduktionsdiät mit mediterraner Kost zu sich (Energiedefizit 25 %). Das bedeutet, dass ansatt der empfohlenen 2000 kcal nur täglich 1500 zu sich genommen wurden. Eine zweite Gruppe aß an 5 Tagen der Woche eine mediterrane Kost ohne Energiedefizit. An den beiden anderen Tagen betrug das Energiedefizit 70 %. Die dritte Gruppe ernährte sich hinsichtlich des Energiedefizits genauso wie die zweite Gruppe. Jedoch wurden mehr Eiweiße und Fette konsumiert.

Das Ziel bestand in einer Gewichtsabnahme von 5 Kg in 3 Monaten. 48 % der Frauen in der Gruppe mit täglicher Reduktion erreichten das Ziel. Beeindruckend ist aber: In den beiden anderen Gruppen ohne tägliche Reduktionsdiät schafften dies 65 % bzw. 58 % der Frauen!  Außerdem zeigte sich bei der intermittierenden Reduktion eine Verbesserung der Insulinresistenz. Dieser positive Effekt konnte bei der täglichen Diät nicht nachgewiesen werden.

Für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion ist eine tägliche Reduktion der Kalorien also nicht unbedingt erforderlich – eine deutliche Reduktion an zwei Tagen genügt.  Viel wichtiger ist es durch eine wohlschmeckende abwechslungsreiche Kost dauerhaft seine Ernährung zu ändern.

Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Olivenöl, Fisch und magerem Fleisch ohne striktes Energiedefizit an den meisten Tagen der Woche, bildet eine gute Grundlage.

 

(MR;CAS) (Harvie et al. British Journal of Nutrition 2013)


„Life’s simple 7“ : Herzinsuffizienz effektiv vorbeugen


Um das Risko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz zu senken, ermutigen Experten der American Heart Association Erwachsene im mittleren Lebensalter auf die „Life’s simple 7“ zu achten. Dabei handelt es sich um die sieben etablierten Risikofaktoren Rauchen, Bewegung, Ernährung, BMI, Blutdruck, Cholesterin und Nüchternblutzucker.

Dass dies eine sinnvolle Präventionsstrategie ist, zeigt nun auch die Auswertung einer amerikanischen Studie: Über 13 000 Teilnehmern, die bei einer ersten Untersuchung zwischen 45 und 64 Jahre alt waren, wurden 25 Jahre später erneut untersucht. Bei der Erstuntersuchung wurde anhand der sieben Risikofaktoren ein Score bestimmt. Mit Daten aus Fragebögen und Untersuchungen wurden für jeden Faktor entsprechend einer Einteilung in ideal, mittelgradig und schlecht Punkte vergeben. So wurde beispielsweise ein Blutdruck von < 120/80 ohne Medikation als ideal angesehen und der Teilnehmer erhielt 2 Punkte. 0 Punkte hingegen, gab es für schlechte Blutdruckwerte von über 140/90. Teilnehmer, die zwischen diesen Werten lagen, bekamen einen Punkt. Insgesamt gilt also: je höher der Score, desto besser.

25 Jahre später zeigte sich, dass 1 von 4 Patienten in dieser Kohorte eine Herzinsuffizienz entwickelte. Dabei lag das Risiko für Menschen mit einem Score von 10-14 bei 14,4 %, während ein Score von 0-4 ein Risiko von fast 50 % bedeutete. Außerdem konnte man auch feststellen, dass ein optimaler Score nicht nur das Herzinsuffizienzrisiko, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Schlaganfällen, Diabetes, chronischen Nierenerkrankungen und Krebs senken kann.

Die Forscher zeigen außerdem, dass nicht alle 7 Faktoren auf einmal im günstigen „2-Punkte-Bereich“ liegen müssen.  Schon die Modulation einiger Faktoren kann sich positiv auswirken!

(MR;CAS) (Folsom et al., AJM 2015; 128:970-976)   


Bariatrische Operationen haben langfristig einen positiven Effekt auf Diabetes Typ 2

 

Unter einer bariatrischen Operation versteht man einen chirurgischen Eingriff, wie zum Beispiel eine Magenverkleinerung, der die Reduktion des Körpergewichts erleichtern soll. Wie sich in den letzten Jahren herausstellte, unterstützen solche Maßnahmen nicht nur die Gewichtsabnahme, sondern können außerdem einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel, das kardiovaskuläre Risiko und die Blutfettwerte haben.

Bei einer italienischen Studie wurde nun der langfristige Effekt von zwei verschiedenen bariatrischen Operationen untersucht und mit einer rein medikamentösen Behandlung der Diabetes Typ 2- Erkrankung der Studienteilnehmer verglichen.

Nach fünf Jahren waren 50% der operierten Patienten in Remission. Das bedeutet, dass die Symptome des Diabetes stark abgeschwächt waren, und der Blutzuckerspiegel ohne medikamentöse Behandlung dauerhaft gesenkt war. Vor allem war nach den Operationen keine Insulintherapie mehr notwendig.  Bei keinem der rein medikamentös behandelten Patienten war dies der Fall.

Allerdings traten bei 44% der Patienten, die zwei Jahre nach ihrer OP noch in Remission waren, danach wieder erhöhte Blutzuckerwerte auf.

Auch auf das kardiovaskuläre Risiko hatten die Operationen einen positiven Effekt, das Risiko war bei den operierten Patienten fast halb so groß wie bei der Kontrollgruppe, auch die Blutfette waren im Vergleich niedriger und die Lebensqualität wurde als insgesamt höher beschrieben.

Schwerwiegende Komplikationen der Diabeteserkrankung traten häufiger in der Gruppe der rein medikamentös behandelten Patienten auf, allerdings kam es durch die bariatrischen Operationen häufiger zu unerwünschten Wirkungen, die durch einen Nährstoffmangel hervorgerufen wurden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei stark übergewichtigen Diabetikern bariatrische Operationen langfristig effektiver sind als die rein medikamentöse Therapie. Sie sollten daher als Behandlungsmöglichkeit in Betracht gezogen werden. Da das Risiko eines erneuten Auftretens der Hyperglykämie dennoch sehr hoch ist, müssen die Blutzuckerwerte nach einer solchen Operation regelmäßig kontrolliert werden.

 

(CH; CAS) (Mingrone et al, The Lancet 2015)


Präventionspaket: Health Risk Assessment und individuelle Beratung senken die Sterblichkeit

 

Bei einer Studie wurde der langfristige Effekt der Teilnahme an Präventionsprogrammen bei Senioren über 65 Jahren untersucht.

Dabei sollten die Teilnehmer der Studie regelmäßig sogenannte Health Risk Assessment- Fragebögen ausfüllen, in denen es um Themen wie den aktuellen Gesundheitszustand, sportliche Aktivität, Alkohol- und Zigarettenkonsum, Ernährung, soziales Umfeld und andere Risikofaktoren geht. Daraufhin wurde den Teilnehmern ein individuelles Feedback gegeben und Vorschläge zu Präventionsmaßnahmen gemacht. Dabei erhielten sie im Verlauf der Studie von Ärzten und Krankenschwestern Unterstützung.

Schon zwei Jahre nach Beginn der Studie zeigten die Teilnehmer, die am Präventionsprogramm teilnahmen, einen gesünderen Lebensstil. Zum Beispiel waren 70 % regelmäßig körperlich aktiv – im Vergleich zu 62% in der Kontrollgruppe. Auch präventive Maßnahmen wie die Grippeimpfung nahmen 66% in der betreuten Gruppe in Anspruch, während sich in der Kontrollgruppe nur 59% impfen ließen.

Besonders interessant sind die Ergebnisse acht Jahre nach Studienbeginn: Während 72,8% der Kontrollgruppe noch am Leben waren, waren in der Präventionsprogramm- Gruppe 77,9 % der Teilnehmer am Leben. Davon ausgehend beträgt die „Number Needed To Treat“ 21. Das bedeutet, dass 21 Senioren motiviert werden müssen, an Präventionsmaßnahmen teilzunehmen, um den frühzeitigen Tod einer Person zu verhindern.

Die Studie beweist also, dass solche Präventionsprogramme, die die Teilnehmer bei einem gesunden Lebensstil und der regelmäßigen Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen unterstützen, das Leben verlängern können!

 

(CH; CAS) (Stuck et al, PloS Med Oct 2015)


Diabetesbericht 2016: Fast jeder 10. Deutsche an Diabetes erkrankt


Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November veröffentlichten die Deutsche Diabetes-Hilfe und die Deutsche Diabetes Gesellschaft den Gesundheitsbericht Diabetes 2016. Es zeigte sich: Mit einer absoluten Anzahl von 7,6 Millionen Diabetikern (inkl. Dunkelziffer) gehört Deutschland zu den 10 Ländern mit der höchsten Anzahl an Menschen mit Diabetes Mellitus weltweit – fast jeder 10. Deutsche ist Diabetiker! Dabei macht der Typ 2 Diabetes mit 95 % den größten Anteil aus.

Auch die rasante Zunahme der Diabetespatienten gibt Anlass zur Sorge: Innerhalb der letzten 10 Jahre stieg die Zahl um 38 % an. Männer machten dabei den größten Anteil aus. Es zeigt sich, dass die Häufigkeit der Erkrankung mit dem 50. Lebensjahr sprunghaft ansteigt. Jeder fünfte im Alter zwischen 70 und 79 ist betroffen!

Eine mögliche Erklärung für die Zunahme könnte die Alterung der Bevölkerung sein. Man geht im Diabetesbericht aber davon aus, dass andere Faktoren eine viel größere Rolle spielen. Dazu gehören Veränderungen des Lebensstils, der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie der Lebensbedingungen und Umwelt. Verschiedene Studien zeigen außerdem auch regionale Unterschiede. So ist ein Typ 2 Diabetes auf dem Gebiet der ehemaligen DDR viel häufiger als in anderen Bundesländern. Ein Nord-Süd-Gefälle ist auch schon bei Vorstufen des Diabetes, wie einer gestörten Glukosetoleranz oder einer abnormen Nüchternglukose, festzustellen.


(MR;CAS) (Deutscher Diabetsbericht 2016)


Neue Untersuchungen zu Prognose und Therapie bei nicht- obstruktiver KHK


Durch eine nicht-invasive CT- Angiographie können verschiedene Schweregrade der Koronaren Herzkrankheit (KHK) diagnostiziert werden. Inwiefern dies zu einer verbesserten Verlaufsprognose und individualisierten Präventionsmaßnahmen im Rahmen der KHK führen kann, untersuchte nun die amerikanische CONFIRM- Studie.

Die Studie mit über 27000 Teilnehmern betrachtet explizit das Mortalitätsrisiko bei Patienten mit nicht-obstruktiver KHK. Die Ergebnisse zeigten nicht nur, dass Patienten mit nicht-obstruktiver KHK im Vergleich zu Patienten mit gesunden Koronararterien eine höhere Sterblichkeitsrate haben, sondern auch dass die Sterblichkeitsrate dabei mit zunehmender Anzahl an betroffenen Koronararterien steigt.

Außerdem wurde der Einfluss von Statinen (LDL- Senkung) und Aspirin auf die Mortalität von Patienten mit nicht-obstruktiver KHK untersucht. Dabei zeigte sich, dass Statine die Sterblichkeit bei diesen Patienten signifikant senken. Bei Patienten mit gesunden Koronararterien konnte dies nicht nachgewiesen werden. Unabhängig vom Status der Koronararterien konnte kein signifikanter Effekt von Aspirin auf die Mortalität nachgewiesen werden, was allerdings am Studiendesign liegen könnte.

Zusammenfassend heißt das also, dass in der CONFIRM- Studie ein schützender Effekt einer Aspirin-Therapie nicht gezeigt werden konnte, während der schützende Effekt einer Statin-Therapie auf kardiovaskuläre Ereignisse nachgewiesen wurde.

 

(CH;CAS) (Chow et al, Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2015; 35:981-989)


SPRINT- Studie zeigt: Intensivere Blutdrucksenkung hat günstigen kardiovaskulären Effekt


Bei den Scientific Sessions 2015 der American Heart Association (AHA) wurde die sogenannte SPRINT- Studie vorgestellt, die die Therapieziele in der Bluthochdruck-Therapie in Zukunft verändern könnte.

Bei der Studie mit insgesamt 9361 Teilnehmern mit Bluthochdruck lag bei einer Gruppe das systolische Blutdruckziel beim aktuellen Standardwert von 140 mmHg, bei der anderen Gruppe sollte der systolische Bludruck auf 120 mmHg gesenkt werden. Die ausgewählten Teilnehmer waren mindestens 50 Jahre alt, hatten einen systolischen Ausgangsbludruck von 130- 180 mmHg und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Ausgeschlossen waren allerdings Diabetiker und Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten.

Die Ergebnisse waren so eindeutig, dass die Studie statt nach geplanten 5 Jahren nun schon nach 3,26 Jahren beendet wurde.

Die Blutdrucksenkung auf unter 120 mmHg hat einen deutlich günstigen kardiovaskulären Effekt. Im Vergleich zu der nach aktuellen Standards behandelten Gruppe (<140mmHg) war in der Gruppe unter intensiver Therapie (<120 mmHg) das relative Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, akutes Koronarsyndrom, Herzinsuffizienz und Tod aus kardiovaskulärer Ursache um 25 % geringer.

Auf der anderen Seite kamen in der intensiv behandelten Gruppe auch unerwünschte Ereignisse vermehrt vor. Unter anderem durch den vermehrten Einsatz von blutdrucksenkenden Medikamenten kam es häufiger zu Nierenschädigungen (4,1% zu 2,5%), außerdem zu Hypotension, Synkopen und Elektrolytabweichungen.

Die Ergebnisse der Studie sind signifikant, die Abwägung der Kosten und Nutzen der intensiveren Blutdrucksenkung obliegt nun der medizinischen Fachwelt und bedarf weiterer Untersuchungen. Es ist aber zu erwarten, dass die neuen Ergebnisse der Studie zu einer Änderung der Leitlinien zur Behandlung von Bluthochdruck führen werden.

(CH;CAS)(Wright et al, N Engl J Med Nov 2015)


Neuste Erkenntnisse: Vareniclin auch bei Rauchern mit akuter KHK wirksamer als Placebo


Vareniclin als Medikament zur Unterstützung während der Nikotinentwöhnung zeigt bei Patienten mit stabiler KHK gute Erfolge. Nun wurden Ergebnisse der EVITA-Studie vorgestellt, in der das Medikament bei Rauchern eingesetzt wurde, die mit einem akuten Koronarereignis im Krankenhaus lagen.

Seit im Mittel 36 Jahren konsumierten die 302 eingeschlossenen Raucher durchschnittlich 21 Zigaretten am Tag. Sie waren aufgrund eines Herzinfarktes oder einen instabilen Angina Pectoris ins Krankenhaus eingeliefert worden. Bei den meisten Patienten wurde eine Herzkatheteruntersuchung und einer Intervention durchgeführt. 

In der Studie wurden die Raucher in 2 Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt während der Nikotinentwöhnung über 12 Wochen Vareniclin, die andere Gruppe ein Placebo. Nach 24 Wochen Beobachtungszeitraum zeigte sich: Die Patienten unter Vareniclin-Therapie waren signifikant häufiger rauchfrei im Vergleich zur Placebo-Gruppe (35,8% zu 25,8 %). Außerdem reduzierten auch mehr Patienten ihren Zigarettenkonsum um mehr als 50% (67,4% zu 55,6%). Dabei verließen sich die Forscher nicht nur auf die Angaben der Patienten, sondern bestätigten mit einer Messung von Kohlenstoffmonoxid in der ausgeatmeten Luft ihre Angaben.

Im Bezug auf das Vorkommen von unerwünschten Ereignissen wie Tod oder Hospitalisierung und Nebenwirkungen zeigten sich zwischen Vareniclin und Placebo keine relevanten Unterschiede. Lediglich „anormale Träume“ traten unter Vareniclin häufiger auf (15,2 % zu 4,6 %).

Varencilin wurde in der Vergangheit mit einem Anstieg von kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Ein entsprechend vermehrtes Auftreten konnte aber in der EVITA-Studie nicht nachgewiesen werden, obwohl es sich bei den Teilnehmern um Patienten handelte, die in über 90 % der Fälle wenige Tage vor der ersten Dosis einen Herzinfarkt hatten.

(MR;CAS) (Eisenberg et al.; Circulation November 2015)


Blutdruckanstieg durch Energy-Drinks


Energy-Drinks sind vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen als „Wachmacher“ beliebt. Inhaltsstoffe wie  Koffein, Taurin und Guarana führen dazu, dass ihnen eine Risikoerhöhung für kardiovaskuläre Erkrankungen nachgesagt wird. Eine Studie zeigt nun, dass dies keine unbegründete Vermutung ist: Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren wurden in 2 Gruppen geteilt. Die eine Gruppe trank 500 ml eines handelsüblichen Energy-Drinks an zwei Tagen in der Woche, die andere Gruppe ein Placebogetränk ohne die stimulierenden Inhaltsstoffe, aber mit gleichem Geschmack.

In der Nachbeobachtung zeigte sich: Der Konsum von Energy-Drinks wirkte sich signifikant auf dem Blutdruck aus. Der systolische Wert stieg im Mittel von 108 mmHg auf 115 mmHg (6,2 %) an. In der Placebogruppe war dieser Anstieg nicht einmal halb so hoch. Noch deutlicher zeigte sich die Erhöhung beim diastolischen Wert. Während in der Placebogruppe kein Anstieg zu verzeichnen war, stieg der Wert nach Trinken des Energy-Drinks im Mittel um 6,8 % an. Die  Herzfrequenz zeigte in beiden Gruppen keinen Unterschied. Jedoch wurden nach Konsum des Energy-Drinks erhöhte Noradrenalinwerte festgestellt.

All diese Faktoren können prädisponierenden Faktoren für kardiovaskulären Erkrankungen sein, die sich erst im späteren Leben manifestieren können. Deshalb sollten Energy-Drinks nicht zu häufig konsumiert werden.

(MR;CAS) (Svatikova et al., JAMA 2015)


Vaskuläre Erkrankungen bei Gicht: Frauen häufiger betroffen als Männer


Gicht ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Dabei kommt es durch eine vermehrte Ablagerung von Harnsäurekristallen zu Entzündungen und Schmerzen in den Gelenken. Neben den akuten Beschwerden kann die Erkrankung auch noch weitere gesundheitliche Einschränkungen und Folgen mit sich bringen.

Eine restrospektive Kohortenstudie zeigt: Eine Gichterkankung erhöht das Risiko für vaskuläre Erkrankungen wie zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit oder eine periphere Gefäßerkrankung bei beiden Geschlechtern. Die Analyse der Daten von über 8000 Teilnehmern macht aber deutlich, dass besonders bei weiblichen Gichtpatienten das Risiko besonders erhöht ist! Beispielweise trat eine periphere Gefäßerkankung in diesem Kollektiv doppelt so häufig auf. Auch zeigte sich für Frauen mit Gicht ein erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen wie zum Beispiel Angina Pectoris oder eine transitorische ischämische Attacke. Dies konnte bei Männern so nicht nachgewiesen werden. Die Gründe für die unterschiedlichen Risikoprofile der Geschlechter sind bis jetzt nur spekulativ. Da Gicht bei Frauen vermehrt nach der Menopause auftritt, wird ein hormoneller Zusammenhang vermutet.

Besonders weibliche, aber auch männliche Gichtpatienten sollten Anfällen durch beispielsweise einen eingeschränkten Alkoholkonsum und eine gesunde, purinarme Ernährung vorbeugen. Die Studie zeigt auch, dass sie sich und besonders ihre Gefäße in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen sollten.

 (MR;CAS) (Clarson et al.; Ann Rheum Dis 2015;74:642-647)


Große US-Studie bestätigt: Bestimmtes Obst und Gemüse für ein gesundes Gewicht lieber meiden!


Für ein gesundes Gewicht empfehlen Ernährungsrichtlinien den Verzehr von viel Obst und Gemüse. Schon länger ist aber bekannt, dass manche Obst- und Gemüsesorten einen größerer Beitrag während einer Diät oder zum Erhalt des Wunschgewichts leisten als andere.

Eine amerikanische Kohortenstudie mit über 133 000 Teilnehmer, die  über einen Zeitraum von 24 Jahren zu ihrem Ernährungsverhalten befragt wurden, zeigt nun, dass vor allem eine Ernährung mit balaststoffreichen und kohlenhydratarmen Obst- und Gemüsesorten für ein gesundes Gewicht sorgen kann. So zeigte sich, dass der Verzehr von Produkten wie Soja, Paprika,Karotten und Blumenkohl mit einer Gewichtsverringerung bzw. dem Halten des Gewichts assoziiert war. Kartoffeln, Erbsen und Mais gehörten in der Studie zu den Gemüsesorten, die für eine Gewichtszunahme sorgten. Auch bei den unterschiedlichen Obstsorten stellte man ähnliche Zusammenhänge fest. So war der Verzehr von Beeren, Äpfeln und Birnen in der Studie mit dem größten Vorteil für den Gewichtserhalt bzw. eine –reduktion assoziiert.

Diese Ergebnisse zeigen, dass es auch unter den Obst- und Gemüsesorten Unterschiede im Benefit für das Gewicht gibt!  Dies sollte man im Rahmen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung berücksichtigen!

(MR; CAS) (Bertoia et al.; PloS Med 12(9) Sept. 2015)


Herzrasen: Durch erweitertes Valsalva- Manöver effektiver behandeln!


 Das ,,Valsalva- Manöver” ist eine bekannte und einfach durchzuführende Notfall-Methode zur Behandlung von supraventrikulärer Tachykardie. Bei einem Anfall von Herzrasen atmet der Patient tief ein und versucht dann, bei zugehaltener Nase und Mund die Luft wieder herauszupressen. Durch die dabei veränderten Druckverhältnisse im Thorax wird der Herzrhythmus schnell wieder normalisiert. Im klinischen Alltag funktioniert dieses Manöver allerdings bisher nur in 5-20% der Fälle. Bei vielen Patienten müssen deshalb weitere Notfallmaßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel  die Gabe von Adenosin,  was mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen verbunden sein kann.   

Englische Wissenschaftler vom Royal Devon & Exeter Hospital haben nun in einer kontrollierten Studie bewiesen, dass eine einfache Modifikation des Manövers die Erfolgsrate mehr als verdoppeln kann.  Dabei wird der Standard-Valsalva-Pressversuch mit 45 Grad-hochliegendem Oberkörper durchgeführt, der Patient aber direkt im Anschluss flach auf den Rücken gelegt und die Beine in einem 45 Grad- Winkel hochgelagert. Dies soll den venösen Rückstrom zum Herzen erhöhen.  In der Studie mit über 400 Teilnehmern erreichten 43 % der Patienten, die das modifizierte Valsalva- Manöver durchgeführt haben, nach einer Minute wieder den „normalen“ Sinusrhythmus. In der Kontrollgruppe der Patienten, die das Standard-Manöver verwendeten, waren es dagegen nur 17%.

Das Valsalva-Manöver kann vom Patienten selbst überall ohne spezielle Hilfsmittel durchgeführt werden, um Episoden von Herzrasen zu beenden.  Durch die einfache und nebenwirkungsfreie Variation, das Hochlagern der Beine, kann das Ergebnis stark verbessert werden, sodass in vielen Fällen keine weiteren Behandlungsmaßnahmen mehr nötig sind.

(CH; CAS) (A. Appelboam et al., Lancet 2015; online first)


Geplante Eingriffe bei Patienten mit Vorhofflimmern: Verzicht auf Überbrückungstherapie vor OP!

 

Bisher wurde viel darüber diskutiert, wie bei Patienten mit Vorhofflimmern unter Blutverdünnungs-Therapie im Falle einer geplanten Operation verfahren werden sollte. Es ist üblich, das Medikament fünf Tage  vor der OP abzusetzen und eine Überbrückungstherapie mit Heparin zu starten. Dadurch wird thrombembolischen Ereignissen wie beispielsweise Schlaganfällen vorgebeugt. Wenn sich der Patient nach dem Eingriff wieder stabilisiert hat, wird das blutverdünnende Medikament erneut eingesetzt.

Eine Studie mit 1884 Teilnehmern zeigt aber nun, dass diese Überbrückung mit Heparin nicht unbedingt notwendig scheint – im Gegenteil: Es besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko!

Die Teilnehmer wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt. Während die eine Gruppe Heparin zur Überbrückung bekam, erhielten die Personen in der anderen Gruppe ein Scheinpräparat (Placebo). Der Beobachtungszeitraum nach der Operation betrug 30 Tage. Es zeigte sich, dass trotz des Verzichts auf Heparin in den Tagen vor dem Eingriff, Ereignisse wie Schlaganfälle oder Embolien nicht vermehrt auftraten. In der Gruppe mit der Überbrückungstherapie zeigte sich aber ein doppelt so hohes Blutungsrisiko im Vergleich zur Placebogruppe. Diese Ergebnisse sprechen für einen Verzicht auf die Überbrückung mit Heparin nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.  

 

(MR; CAS) (J. Douketis et al. N Engl J Med 2015;373:823-33)


Kleinere Portionen reduzieren die Kalorienaufnahme!


In den Geschäften ist man umgeben von vielen Köstlichkeiten in den verschiedensten Verpackungen und Mengen. Zu fünf Schokoriegel gibt es den sechsten gratis dazu und viele Unternehmen feiern ihr Jubiläum mit 100g gratis.

Eine Metaanalyse von 58 Studien mit insgesamt über 6000 Teilnehmern zeigte nun einen bedeutenden Zusammenhang zwischen der Portionsgröße und der konsumierten Menge: Die Teilnehmer der Studien aßen automatisch mehr, wenn die Portionen größer waren!

Die Forscher stellten heraus, dass eine Verkleinerung der Portionsgröße die tägliche Ernergieaufnahme um ca. 10% verringern könnte. Der Griff zu kleineren Verpackungen oder das Kochen von kleineren Mengen kann also eine ganz simple Methode sein, Kalorien zu sparen. So kann ohne einen kompletten Verzicht Folgeerkrankungen vorgebeugt werden. Die Analyse weiterer Studien konnte aber auch zeigen, dass die Länge der Zigaretten keinen eindeutigen Effekt auf den Konsum hat. Deshalb ist es im Sinne einer Prävention immer noch am besten, mit dem Rauchen aufzuhören.


(MR;CAS) (Hollands et al.; The Cochrane Library 2015, Issue 9)


Raucherentwöhnung: Neue Studie entlastet Vareniclin (Champix)


Vareniclin ist ein Medikament zur Unterstützung während der Nikotinentwöhnung. Obwohl in seiner Wirksamkeit bestätigt, warnte die amerikanische Food and Drug Administration aufgrund von möglichen kardiovaskulären und neuropsychiatrischen vor der Einnahme.

Eine retrospektive Kohortenstudie der Universität Düsseldorf entlastet das Medikament nun. Bei der Datenanalyse von über 160 000 Rauchern zeigten sich unter Nikotinentzug keine Unterschiede bei den Nebenwirkungen von Vareniclin und Bupropion, einem anderen Medikament zur Unterstützung bei der Nikotinentwöhnung.

Die Forscher räumen ein, dass  eine retrospektive Kohortenstudie keine uneingeschränkte Beweiskraft hat. Bei statistischen Berechnungen, die dies miteinbeziehen, kam man aber zum gleichen Ergebnis. Rauchern sollte Vareniclin also nicht aufgrund von übertriebener Angst vor Nebenwirkungen vorenthalten werden.


(MR;CAS) (Kotz et a.; Lancet Vol 3 October 2015)


Vermehrtes Auftreten von Depressionen bei jungen „Gothics“


Anhänger der Gothicszene fallen auf der Straße durch ihre schwarze Kleidung und auffälliges Makeup schnell auf. Vergänglichkeit und Tod sind Themen mit denen sie sich vorrangig auseinandersetzen. Eine Studie zeigt nun, dass Depressionen und selbstverletzendes Verhalten unter jungen Gothics häufiger auftreten als bei anderen Jugendlichen.

Über 3000 Menschen wurden im Alter von 15 Jahren gefragt, wie sehr sie sich mit der Gothicszene identifizieren würden. Nach 3 Jahren wurden dann Anzeichen von Depressionen geprüft. Dabei zeigten 18% der Jugendlichen, die zuvor angaben sich dieser Gruppe stark zugehörig zu fühlen, depressive Symptome. 37 % gaben an, sich selbst zu verletzen. Bei Jugendlichen, die sich nicht mit der Gothicszene identifizieren, lagen diese Zahlen nur bei 6 bzw. 10 %. Es zeigte sich auch, dass die Selbsteinstufung der Jugendlichen im Alter von 15 Jahren mit der Auftretenswahrscheinlichkeit depressiver Symptome korrelierte: Je stärker die Identifikation, desto höher war die Wahrscheinlichkeit.

Die Wissenschaftler folgern aus den Ergebnissen aber nicht, dass die Identifikation mit der Szene für diese Ergebnisse verantwortlich ist. Vielmehr würden sich gerade Jugendliche dieser Szene anschließen, die im sozialen Umfeld schlechte Erfahrungen machen und eine Neigung zu depressiven Stimmungen oder selbstverletzendem Verhalten haben.

(MR; CAS) (L.Bowes et al., Lancet 2015; online first) 


Wasser hilft beim Abnehmen


Wissenschaftler der Universität in Birmingham haben möglicherweise eine Entdeckung gemacht, die das Abnehmen erleichtern könnte. Sie zeigten, dass 500 ml Leitungswasser vor jeder Mahlzeit den Abnehmerfolg steigern.

In der Studie wurden übergewichtige Personen in zwei Gruppen eingeteilt. Alle Teilnehmer erhielten eine Übergewichtsberatung mit Ernährungs- und Trainingstipps. Die eine Gruppe wurde nun angehalten, vor jeder Mahlzeit 500 ml Leitungswasser zu sich zu nehmen. Die Personen in der anderen Gruppe sollten sich lediglich vor dem Essen vorstellen, dass ihr Magen gefüllt sei.

Nach 12 Wochen hatte die Wasser-Gruppe durchschnittlich 1,3 Kg mehr Gewicht verloren. Personen, die vor den drei Hauptmahlzeiten 500 ml Wasser zu sich nahmen, verloren im Schnitt sogar 4,3 kg mehr. Wer nur einmal täglich die vorgeschriebene Menge zu sich nahm, hatte einen deutlich geringeren Nutzen. Nun sind weitere Studien nötig, um den positiven Einfluss noch genauer zu untersuchen und zu belegen.

(MR; CAS) (H. Parreti et al. Obesity 2015; 23:1785-1791) 



Mortalitätserhöhung durch Digoxin

 

Manche Patienten mit Vorhofflimmern erhalten Digoxin zur Kontrolle der Herzfrequenz. Der Einsatz dieses Medikaments ist jedoch umstritten. Eine neue Analyse der ROCKET-AF Studie könnte jetzt auch zeigen wieso. Über 14.000 Teilnehmer aus 45 Ländern mit Vorhofflimmern und weiteren Risikofaktoren für einen Schlaganfall wurden nach ihrem Digoxin-Gebrauch klassifiziert, um den Zusammenhang zwischen der Medikamenteneinnahme und der Sterblichkeit zu untersuchen. Es zeigte sich, dass die Einnahme von Digoxin mit einem Anstieg der Mortalität, von vaskulären und plötzlichem Tod assoziiert ist. Auch wenn weiterführende Studie nun zeigen müssen, ob allein das Medikament oder eventuell weitere Faktoren dafür verantwortlich sind, sollten diese Ergebnisse bei der Therapieplanung miteinbezogen werden.

 

(MR;CAS) (Washam JB et. Al Lancet 2015;385(9985):2363-2370)


Tod durch Hitze und Kälte?!  


Es gibt bereits einige Studien, die den Einfluss von Kälte und Hitze auf vorzeitige Todesfälle untersucht haben. Welche Temperaturen in welchem Ausmaß für einen Mortalitätanstieg verantwortlich sind, ist jedoch weiterhin diskussionswürdig.

Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine haben nun die Mortalität innerhalb des gesamten Temperaturspektrums systematisch untersucht. Dazu werteten sie Daten von über 74 Millionen Todesfällen an 384 Orten auf der ganzen Welt in einem Zeitraum von 1985-2012 aus. Die Analyse zeigte, dass mehr Todesfälle auf Kälte (Bsp.: Rom <4°C /London <2°C)  als auf Hitze (Rom: >27 °C /London >23°C ) zurückzuführen sind. Es wurde jedoch auch deutlich, dass nicht die extremen Temperaturen, sondern Phasen moderater Temperaturerhöhung oder –erniedriegung für die meisten Todesfälle verantwortlich sind.

Mögliche Gründe für den Einfluss der Temperatur auf die Gesundheit gibt es viele.          Auch das Herz leidet, wenn physiologische Kompensationsmechanismen zur Thermoregulation nicht mehr ausreichen, um den Körper an die Veränderungen anzupassen. Eine verminderte Hirndurchblutung und der veränderte Flüssigkeitshaushalt könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Dass sich der Körper bei plötzlichen Temperaturveränderungen sehr schnell umstellen muss, ist für die Forscher eine mögliche Erklärung der hohen Todesrate im moderaten Temperaturbereich.      

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Hitze und Kälte erhöhte Vorsicht geboten sein sollte!


(MR; CAS) (Gasparrini A et al. Lancet 2015;386(9991):369-375)


Vorsicht bei Adaptiver Servoventilation für Herzinsuffiziente mit nächtlichen Atemaussetzern

 

Viele Patienten mit Herzinsuffizienz leiden an nächtlichen Atemaussetzern. Man unterteilt das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom in eine obstruktive und eine zentrale Form. Führt eine Einengung oder ein Verschluss der oberen Atemwege zu kurzen Aussetzern der Atmung, spricht man von obstruktiver Schlafapnoe. Ist eine Hemmung des Atemantriebs die Ursache, handelt es sich um die zentrale Form. Durch die meist mehrfach in der Stunde auftretenden Atemaussetzer sinkt der Sauerstoffgehalt des Blutes und der Schlaf wird gestört. Oftmals leiden die Betroffenen unter Tagesmüdigkeit, Leistungs- und Konzentrationsschwäche.

 

Es ist bekannt, dass das zentrale Schlafapnoesyndrom bei Herzinsuffizienten mit einer schlechten Prognose und einem früheren Tod verbunden ist. Die sogenannte „adaptive Servoventilation“ soll bei diesen Patienten die Atmung genau registrieren und möglichen Aussetzern durch einen zusätzlichen Druck bei der Einatmung unterstützen. Eine aktuelle Studie, welche knapp 1300 Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz, eingeschränkter Ejektionsfraktion und zusätzlicher zentraler Schlafapnoe einschloss, belegte nun, dass diese Therapieoption zwar tatsächlich zu einer Minderung der Atemaussetzer führt, jedoch ein signifikant erhöhtes Sterblichkeitsrisiko birgt (34% höher als unter Leitlinien basierter medikamentösen Therapie). Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz zeigten eine besonders deutliche Prognoseverschlechterung.

Die Adaptiven Servoventilation sollte somit insbesondere bei Patienten mit geringer Ejektionsfraktion nicht länger eingesetzt werden!

 

(NL/CAS) (Martin R. Cowie et al.; N Engl J Med 2015)


Metaanalyse bestätigt: Sitzen ist ein Risikofaktor

 

 

Mehrere Studien haben es schon angedeutet und nun wurde es durch eine Metaanalyse bestätigt: Ständiges Sitzen hat einen schädlichen Effekt auf die Gesundheit. Ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und Diabetes-Typ-2 kann die Folge von anhaltend sitzender Tätigkeit sein. Auch die Wahrscheinlichkeit für einen Krankenhausaufenthalt wird erhöht. So hatten Personen in einer großen australischen Kohortenstudie mit mehr als 267 000 Teilnehmern ein um 14% geringeres Risiko für einen potenziell vermeidbaren Aufenthalt im Krankenhaus, wenn sie weniger als 8 Stunden pro Tag sitzend verbrachten.

 

Die Metaanalyse zeigt, dass möglichen Folgeerkrankungen durch körperliche Aktivität vorgebeugt werden kann. Die Forscher geben jedoch auch zu bedenken, dass alleine das Werben für mehr Sport nicht zur Prävention ausreicht. Es sei wichtig in der Bevölkerung das Bewusstsein für das Sitzen als Risikofaktor zu schaffen.  Eine Möglichkeit der Prävention kann die stärkere Integration von Bewegung in den Alltag sein. Sich die Beine des Öfteren zu vertreten, zum Beispiel in Form von Treppensteigen und Spaziergängen in der Arbeitspause, kann dabei ein Anfang sein.     

 

(MR;CAS) (A.Biswas et al. Ann Intern Med.2015;162:123-132)


Vorsicht: Kombinierte Therapie von Bluthochdruck führt bei älteren Patienten zu einem mehr als zweifach erhöhtem Sterberisiko!


Laut einer evidenzbasierten Empfehlung ist ein systolischer Blutdruckwert von 160 mmHg bei älteren gebrechlichen Menschen auf einen Wert unter 150 mmHg zu senken. Wie weit der Blutdruck gesenkt werden soll, wird nicht einheitlich bewertet. In  der PARTAGE-Studie wurde nun deutlich, dass niederige systolische Blutdruckwerte zu einer erhöhten Gesamtsterblichkeit bei Patienten im Altenheim führen. Außerdem zeigt eine weitere Analyse der Daten, dass auch die Anzahl der eingenommenen Medikamente Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit hat.

Die in der Studie einbezogenen Teilnehmer waren im Mittel 87,6 Jahre alt, wohnten im Altersheim und wurden über 2 Jahre beobachtet.  Es zeigte sich in der Analyse ein mehr als zweifach erhöhtes Sterberisiko bei gebrechlichen Senioren mit einem systolischen Blutdruck <130 mmHg, die zwei oder mehr antihypertensiven Medikamenten einnahmen. Aufgrund dieser Daten sollten die Blutdruckwerte dieser Patientengruppe mit möglichst wenig Medikamenten und nicht zu stark gesenkt werden.

 

(MR;CAS) (Benetos et al. JAMA Intern Med February 16, 2015;175(6):989-995)   


Herzinsuffizienz-Patienten benötigen längerfristigere Betreuung als bislang vorgesehen.

 

Patienten mit Herzinsuffizienz müssen häufig im Krankenhaus behandelt werden, die Wahrscheinlichkeit an dieser Erkrankung zu versterben ist hoch. Viele vorangegangene Studien haben gezeigt, dass diese Patienten von sogenannten DMPs (Disease-Management-Programme) profitieren.

DMPs sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten, die auf wissenschaftlich gesicherten aktuellen Erkenntnissen basieren. Die Patienten werden in Form standar-disierter Behandlungsprozesse betreut. Wichtig ist die Kommunikation der  Ärzte und Therapeuten unterschiedlicher Disziplinen.


Der amerikanische Wissenschaftler Patrick Proctor befasste sich nun mit dem „Outcome“ dieser Patienten nach Abschluss des Programms. Als medizinischer Parameter für die Klassifizierung des Schweregrads der Herzinsuffizienz dient die sogenannte Ejektionsfraktion (EF). Diese beschreibt die Pumpleistung des Herzen; sie gibt in Prozenten an, wie viel des sich im Herzen befindenden Blutes in den Körper gepumpt wird. Eine EF von > 55% gilt als normal.

In der Studie ermittelte man, dass die oft schwer kranken Patienten bei Aufnahme in ein DMP im Schnitt eine EF von gerade mal 19% aufweisen. Viele der Patienten profitieren erfreulicherweise enorm von den Therapien. Sie scheiden schließlich mit einer EF von 56%, also vermeintlich gesund, aus dem Programm aus.

Proctors Studie befasste sich nun mit dem „Outcome“ der Patienten nach Abschluss des DMPs. In den folgenden 3 Jahren wurden 50% der Patienten in einer Notaufnahme vorstellig. Ihre EF fiel im Schnitt auf 23%. Zusätzliche Krankenhausaufenthalte wurden bei  34% der Patienten erfasst und ganze 20% verstarben.

Zusammenfassend legen die Beobachtungen der Studie somit nahe, dass viele Patienten im Rahmen der DMPs erfolgreich genesen. Die gesundheitliche Verschlechterung nach Beendigung des Programm zeigt jedoch, dass eine längerfristige Überwachung und Behandlung der Herzinsuffizienz-Patienten, auch nach Erreichen einer guten EF, erforderlich ist.

(NL; CAS) (Patrick Proctor et al.; Cardiology 2015; 131:197-202)


Zu lange Arbeitszeiten provozieren Schlaganfälle


Eine Arbeitswoche von mehr als 55 Stunden erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das 1,3-fache. Dies ist das Ergebnis einer Metaanalyse von 25 Studien aus Kohorten verschiedener Länder mit über 600 000 Teilnehmern. Die Standardarbeitszeit lag dabei bei 35-40 Stunden in der Woche. Auch das Risiko für eine koronare Herzerkrankung wird durch zu lange Arbeitszeiten erhöht.

Diese Ergebnisse zeigen, dass besonders Menschen mit einer überdurchschnittlich langen Arbeitswoche  vaskulären Risikofaktoren mehr Beachtung schenken sollten. Eine gesteigerte Ausschüttung von Stresshormonen, körperliche Inaktivität und ein erhöhter Alkoholkonsum können Faktoren sein, die die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen. Auch neigen Personen mit langen Arbeitszeiten stärker dazu, ihren Arzt verspätet aufzusuchen. Deshalb gilt es besonders für diese  Menschen,  auftretende Symptome nicht einfach ignorieren! Diese Daten sollten aber auch Anlass geben über eine Verringerung der Arbeitszeit nachzudenken.

(MR;CAS) (Kivimäki et al. The Lancet August 20, 2015)

 


Lange Abende vor dem Fernseher führen zu schlechtem Schlaf


Sitzen als Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen spielt eine immer größere Rolle. Inwiefern sich das lange Sitzen auf den Schlaf auswirkt, untersuchte nun eine amerikanische Studie. Dabei wurden die Angaben zu Sitzdauer und Schlafverhalten von Teilnehmern der Sleep in America Umfrage ausgewertet.

Dabei fand man heraus, dass jede zusätzliche sitzend verbrachte Stunde einen negativen Einfluss auf die Schlafqualität hat. Bedeutsam scheint aber auch zu sein, welche Tätigkeit im Sitzen ausgeführt wird. So zeigte sich, dass Fernseh schauen nicht nur eine schlechte Schlafqualität nach sich zieht. Es wirkt sich auch negativ auf die Schlafdauer aus, führt zu einer erhöhten Tagesmüdigkeit und steigert das Risiko für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom.

Neben dem Verzicht auf zu lange Abende vor dem Fernseher, eignet sich auch körperliche Aktivität, um am nächsten Morgen erholt aufzuwachen.  Außerdem wird dadurch nicht nur der Schlaf positiv beeinflusst, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt.

(MR;CAS) (Buman et al. Chest January 29,2015)


„Magenschutztabletten“ erhöhen das Herzinfarktrisiko

Bei Sodbrennen oder langfristiger Schmerzmitteleinnahme werden standartmäßig sogenannte Protonenpumpeninhibitoren, kurz PPIs verordnet. Sie dienen als Magenschutz und sollen das lästige Brennen nach dem Essen lindern. PPIs gehören weltweit zu den am häufigsten verordneten Arzneien. Gerade deshalb sind die Ergebnisse einer aktuellen großen Datenanalyse (eingeschlossen wurden mehr als 16 Millionen klinische Dokumente) so bedeutsam. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Patienten, die regelmäßig Protonenpumpenhemmer einnehmen, ein um bis zu 16 bis 21% erhöhtes Herzinfarktrisiko aufweisen. Zudem besteht ein doppelt so großes Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Erkrankungen die das Herz betreffenden. Das erhöhte Risiko besteht nicht nur, wie bislang angenommen, für multimorbide Patienten, sondern auch für Junge, ohne jegliche andere Vorerkrankungen. Die Untersuchung weckt somit die Befürchtung, dass der freiverkäufliche Magenschutz nicht so sicher ist, wie bislang angenommen wurde. Um den schädlichen Effekt auf das Herz durch die Einnahme von PPIs genauer zu verifizieren, bedarf es weiterer Studien, räumen die Wissenschaftler ein. Als mögliche Alternative nennen sie die sogenannte H2-Blocker. Diese wiesen in der Untersuchung weder ein erhöhtes Herzinfarkt- noch Sterblichkeitsrisiko auf.     

(NL; CAS) (Nigam H. Shah et al.; PLOS ONE, June 10, 2015)


Körperliche Aktivität: Minimaler Aufwand für den maximalen Überlebensvorteil

 

Ein Minimum von 75 Minuten hoher Intensität oder 150 Minuten mit moderater Intensität pro Woche – so lauten die amerikanischen Empfehlungen zur körperlichen Aktivität aus dem Jahr 2008. Dieses Maß an Aktivität reiche aus, damit die Gesundheit profitiert. Als moderate Belastung gilt eine Aktivität, bei der man sich nebenbei noch gut unterhalten kann, wie zum Beispiel walken. Von einer hohen Belastung spricht man beispielsweise bei schnellem joggen.


Eine Studie mit 661.137 Teilnehmern hat nun gezeigt, wie viel Aktivität für eine Lebensverlängerung nötig ist. Dazu wurden Angaben von Teilnehmern aus großen prospektiven Kohortenstudien zu ihrer körperliche Aktivität analysiert. Dabei fanden die Forscher heraus, dass schon ein Minimum an körperlicher Freizeitaktivität zu einer bedeutsamen Reduktion des Mortalitätsrisikos führt.

Auch Personen, die unter der Empfehlung bleiben und in der Woche beispielsweise nur 100 Minuten walken, reduzierten ihr Risiko im Vergleich zu den „Couch Potatoes“ ohne jegliche körperliche Aktivität um 20%. Die Forscher beobachteten auch, dass eine weit über die Empfehlung hinausgehende körperliche Aktivität, wie zum Beispiel tägliches joggen über mehr als eine Stunde, nicht zu einem weiteren Benefit führt.

Diese Ergebnisse sind also ein Grund mehr die Empfehlungen von 2008 in die Tat umzusetzen. Mit beispielsweise joggen oder Radfahren und der Integration von Bewegung in den Alltag lässt sich das empfohlene Minimum relativ gut erreichen. So kann man für sich selbst den nahezu maximalen Überlebensvorteil leicht herausholen.

(MR;CAS) (Arem H et al. JAMA Intern Med 2015;175(6):959-967)


Australische Studie bestätigt: Homöopathie ist keine effektive Krankheitsbehandlung

 

Das Angebot an homöopathischen Mitteln zur Behandlung von Krankheiten rückt immer mehr in den Fokus. Eine Studie des australischen National Health and Medical Research Council hat nun bestätigt, dass es keine hinreichenden Nachweise für die Effektivität der Homöopathie gibt. Damit kommen die Forscher zu dem selben Ergebnis wie eine Studie des britischen House of Common Science and Technology im Jahre 2010.

Grundlage der australischen Studie war eine Auswertung von mehr als 1800 Studien und eine Analyse von 225 Studien, die eine homöopathische Behandlung mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die Ergebnisse zeigen:  Es gibt keine Studie, die für eine bessere Wirkung von homöopathischen Mitteln im Vergleich zum Placebo spricht. Demnach ist die Homöopathie nicht mit einer medizinischen Behandlung gleichzusetzen.

Außerdem wurden auch Studien entwertet, die eine effektive Wirkung der homöopathischen Behandlung bestätigten. Schlechtes Design oder eine viel zu geringe Teilnehmerzahl sorgen laute dem australischen Report dafür, dass die Aussagen nicht aussagekräftig sind.  

Die Forscher machen deutlich, dass Homöopathie nicht dazu geeignet ist, chronische, ernste und potenziell lebensbedrohliche Krankheiten zu behandeln. Auch in anderen Fällen wird empfohlen zunächst einen Arzt zu konsultieren. Generell wird jedoch davon abgeraten, sich auf Homöopathie als effektive Behandlung zu verlassen.

(MR;CAS) (National Health and Medical Research Council  Evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions. Canberra: National Health and Medical Research Council; 2015)


Die Diskussion über Blutdruckziele bei Diabetikern geht in die nächste Runde:


Die Frage, welche Blutdruckziele bei Patienten mit Typ-2 Diabetes angestrebt werden sollten, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. Während die letzten Empfehlungen eher eine lockere Blutdrucksenkung bei Diabetikern (<140mmHg) nahelegten, sprechen die Ergebnisse einer großen, aktuellen Studie der University of Oxford dafür, deutlich strengere Ziele auch bei Diabetikern anzustreben.


Die Meta-Analyse zeigte, dass mit jeder Senkung des systolischen Blutdrucks um 10mmHg eine signifikante Verminderung des Sterblichkeitsrisikos sowie des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse und eine koronare Herzerkrankung erreicht werden kann. Die erhobenen Daten suggerieren, dass Patienten auch von einer weiteren Blutdrucksenkung unter 130mmHg profitieren. So wird auch das Risiko für gefürchtete Komplikationen wie einen Schlaganfall, eine Retinopathie oder eine Albuminurie vermindert. Vor allem jüngere Patienten profitieren von einer strengeren Blutdrucksenkung bei Diabetes-Erkrankung.

Die Studie brachte die Diskussion über die Leitlinien zur Blutdruckeinstellung erneut ins Rollen. Betroffene sollten ein beratendes Gespräch mit dem Fachmann suchen und individuelle Vor- und Nachteile gemeinsam abwägen.

(NL; CAS) (Connor A. Emdin et al.; JAMA. 2015;313(6): 603-615


Neue Erkenntnis über den Verlauf der kognitiven Fähigkeiten nach einem Schlaganfall:


Nach dem Erleiden eines Schlaganfalls stellt die Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten eines der größten Probleme für die Patienten und Angehörigen dar. Welches Ausmaß die geistige Veränderung bei Schlaganfallüberlebenden annimmt, war bislang recht unklar. Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler nahm sich nun dieser Frage an und verglich folgende Kriterien vor und nach einem Schlaganfall: Globales Verstehen, Neuerlernen, verbales Gedächtnis, exekutive Funktion ( dazu gehören ua. Selbstkontrolle, Steuerung des Verhaltens unter Berücksichtigung der Umwelt, Prioritäten setzten) und geistige Beeinträchtigung. Man fand heraus, dass diese verschiedenen Qualitäten des menschlichen Gehirns durch einen Schlaganfall unterschiedlich beeinträchtigt werden. Das Erlernen neuer Dinge und unser verbales Gedächtnis weisen akut eine deutliche Verschlechterung auf. Dieser Verlust bleibt häufig bestehen. Die langfristige Abnahme dieser Funktionen erfolgt dann aber wieder in gleicher Geschwindigkeit, wie es bei gesunden Menschen der Fall ist. Anders steht es um die Qualitäten des globalen Erkennens und der exekutiven Funktionen. Sie zeigen nach einem Schlaganfall langfristig eine kontinuierlich schnellere Abnahme im Vergleich zu Patienten ohne Schlaganfall. Dies ist von besonderer Bedeutung, da ihre Beeinträchtigung mit einer deutlichen Zunahme des Sterblichkeitsrisikos, sowie des Risikos für dementielle Erkrankungen und Depression einhergeht.

Die Erkenntnis , dass ein Schlaganfall sowohl zu einer akuten, als auch zu einer langfristig kontinuierlichen Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten führt, sollte unbedingt in die Therapieplanung dieser Patienten einbezogen werden und fachmännische Hilfe auch in den Jahren nach einem Schlaganfall angeboten werden. Zudem sind präventive Maßnahmen zur Verhinderung erneuter Schlaganfälle anzustreben. Hierzu zählen unter anderem die Blutdrucksenkung und die Behandlung eines bestehenden Vorhofflimmerns. 

(NL; CAS) (Levine et al.; JAMA. 2015 Vol. 314; No1)



How to handle:  ß-Blocker bei akuter Herzinsuffizienz?

 

Viele Mediziner sind sich unsicher, ob ß-Blockern bei akuter dekompensierter Herzinsuffizienz weiter verordnet werden sollten. Dies mag unter anderem daran liegen, dass ß-Blocker eine negativ inotrope Wirkung haben, sprich: die Herzkontraktilität des ohnehin geschwächten Herzen vermindern. Trotzdem scheint der Nutzen des Medikaments zu überwiegen. So legt eine eine aktuelle Meta-Anaylse im Journal of the American College of Cardiology nahe, die ß-Blockertherapie im Falle einer akuten Herzinsuffizienz fortzusetzen, sofern es der klinische Zustand des Patient erlaubt. In der Analyse zeigte sich unter fortgesetzter Einnahme des ß-Blockers eine signifikante Reduktion der Sterblichkeit und Rehospitalisierung. Es bedarf weiterer Studien, beispielsweise bezüglich einer Anpassung der Dosis, um eine optimale Behandlung für diese Patientengruppe zu definieren.

(NL; CAS) (Prins et al.; JACC Vol 3, No 8, 2015)


Bei Herzstillstand zählt jede Minute! Jeder kann Lebensretter sein.


Ein plötzlicher Herzstillstand kann durch eine fehlende oder viel zu schnelle Herzaktion (Kammerflimmern), meist im Rahmen eines Herzinfarkts, auftreten. Er kann innerhalb weniger  Minuten zum Tode führen. In Deutschland versterben jährlich rund 100 000 Menschen an einem plötzlichen Herzstillstand.

Durch bessere Aufklärung und Anleitung zur sogenannten Laien-CPR (kardiopulmonalen Reanimation) könnten etliche dieser Patienten gerettet werden, denn im Falle eines Herzstillstands zählt jede Minute bis zum Beginn der Reanimation. Ziel der Herzdruckmassage ist die Aufrechterhaltung der Blutzirkulation bis zum Eintreffen des Notdiensts.

Die Ergebnisse einer schwedische Studie um die Wissenschaftlerin Ingela Hasselqvist-Ax beweisen die große Bedeutung der Wiederbelebung durch Laien. Mehr als doppelt so viele Menschen können einen Herzstillstand überleben, wenn sie bis zur Versorgung durch den Fachmann eine Herzdruckmassage durch einen Passanten erhalten (11% vs 4%). Umso schneller die Massage nach einem Stillstand erfolgt, desto besser ist die Prognose. Diese Erkenntnis haben sich die Schweden im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen genommen. Schwedische Kinder werden bereits ab der achten Klasse geschult, im Notfall eine CPR durchzuführen. Dadurch können deutlich mehr Leben durch Laien gerettet werden. Um die Rate der Überlebenden weiter zu verbessern, werden aktuell neue Handy-Apps getestet. Nach Abgabe eines Notrufes werden automatisch erfahrene Laienhelfer in der Umgebung des Ereignisses lokalisiert und benachrichtigt. Dieses Verfahren erweist sich in einer weiteren Studie ebenfalls als äußerst wirksam in der Verbesserung der Überlebensrate.

Diese Ergebnisse sollten uns dazu anhalten, auch in Deutschland mehr Menschen zur Reanimation anzuleiten. Wichtig ist, den Notfall zu erkennen und sich zu trauen schnell zu handeln. Wer sich übrigens unter der vorgegebenen Geschwindigkeit mit der man auf den Brustkorb drücken sollte (100-120 bpm) nichts vorstellen kann, summt einfach im Takt den Bee-Gees-Song „Staying Alive“ mit.

(NL;CAS) (Hasselqvist-Ax et al; NEJM 2015;372; Ringh et al; NEJM 2015;372)


Anleitung zur CPR zum Beispiel hier: https://www.youtube.com/watch?v=gw14O9YgYdA


Gewichtsabnahme wirkt sich positiv auf Vorhofflimmern aus

 

Neben vielen weiteren Erkrankungen ist Übergewicht auch mit der Entstehung von Vorhofflimmern assoziiert. Eine australische Studie untersuchte nun den Langzeiteffekt der Gewichtsabhnahme auf die Rhythmusveränderungen bei übergewichtigen Menschen mit Vorhofflimmern. Dabei wurde Personen mit einem BMI von ≥27 kg/m² die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Gewichtsreduktionsprogramm für mindestens 24 Monate gegeben. Danach wurden sie enstprechend ihrer Gewichtsreduktion in drei Gruppen eingeteilt. Dabei war die regelmäßige Teilnahme am Programm mit einem deutlich höheren Gewichtsverlust assoziiert.

Häufigkeit, Dauer und Symptome des Vorhofflimmerns nahmen in der Gruppe mit dem größten Gewichtsverlust (Abnahme ≥ 10 %) signifikant ab. Nach 5 Jahren waren 45,5 % der Menschen in dieser Gruppe frei von Arrhythmien - ohne dabei Medikamente zu nehmen. In der Studie wurde auch der Effekt von Gewichtsschwankungen auf das Vorhofflimmern untersucht. Ein linearer Gewichtsverlust führte nach Ablauf der Beobachtungszeit von 5 Jahren bei 76 % der Menschen zu Symptomfreiheit. In der Gruppe mit Gewichtsschwankungen war dies nur bei 59 % der Fall.

Gewichtsabnahme hat also einen langfristigen Effekt auf symptomatisches Vorhofflimmern. Gründe für den positiven Einfluss liegen unter anderem in den Auswirkungen auf die Konfiguration des linken Herzens. Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie wichtig es für übergewichtige Patienten mit Vorhofflimmern ist, eine nachhaltige und langfristige Reduktion des Gewichts zu erreichen.

(MR;CAS) (Pathak et al. J Am Coll Cardiol. 2015;65(20):2159-2169) 


Typ-2-Diabetes mellitus: Herzinsuffiizienz und arterielle Verschlusskrankheit zeigen sich früh!

 

Menschen mit einem Typ-2-Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. In einer prospektiven Kohortenstudie mit Daten von über 1,9 Millionen Personen wurde nun die Assoziation von verschiedenen Erkrankungen verglichen. Über einen Beobachtungszeitraum vom im Mittel 5,5 Jahren wurden kardiovaskuläre Ereignisse bei Gesunden und Typ-2-Diabetikern registriert. Dabei waren die periphere arterielle Verschlusskrankheit (16,2%) und die Herzinsuffizienz (14,1%) die häufigsten Erkrankungen. Sie manifestierten sich im Vergleich zu Gesunden bei Menschen mit Diabetes-Typ 2 etwa 10 Jahre früher. Auch die Assoziation von Diabetes-Typ-2 mit anderen Erkrankungen wie stabiler Angina Pectoris, Schlaganfall und nicht-tödlichen Myokardinfarkt war im jüngeren Lebensalter deutlich ausgeprägter.

Die Studie zeigte auch geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Typ-2-Diabetes Patienten. So hatten Frauen im Alter unter 60 Jahren ein signifikant größeres Risiko für einen nicht-tödlichen Myokardinfarkt.

Bei der Behandlung und Risikobeurteilung von Diabetes-Typ-2 Patienten ist das unterschiedliche Risiko für das Auftreten verschiedener kardiovaskulärer Erkrankungen zu berücksichtigen. Durch gute medikamentöse Einstellung und entsprechenden Lebensstil kann der Manifestation vorgebeugt werden.  

(MR;CAS) (Shah et al. Lancet Diabetes Endocrinol 3(2):105-13)   


Verlorene Muskelkraft bekommt man nicht so leicht wieder

 

Es ist keine neue Erkenntnis, dass Muskeln ohne Bewegung schlapp werden. Eine Studie aus Dänemark liefert nun aber weitere interessante Ergebnisse. Die Forscher untersuchten 32 gesunde Männer in den Altersgruppen von 20-27 und 60-75 Jahren. Ein Bein wurde über zwei Wochen lahmgelegt und danach mit dem mobilen Bein verglichen. Die jüngeren Männer verloren in dieser Zeit bis zu einem Drittel ihrer Muskelkraft, die älteren Männer etwa ein Viertel. Je mehr Muskelmasse vorhanden war, desto mehr wurde auch eingebüßt.

Nun trainierten die Männer sechs Wochen lang auf einem Fahrradergometer. Dreimal trainierten sie in den ersten vier Wochen und viermal in den letzten zwei. Nach dieser Trainingsphase kamen die Forscher dann zu erstaunlichen Erkenntnissen: Um die innerhalb von zwei Wochen verlorene Muskelmasse wiederherzustellen, hatten sechs Wochen Training nicht ausgereicht!

Das Ausdauertraining führte dazu, dass sich die Muskelkraft der Männer verbesserte. Um nach einer Ruhephase aber wieder in die frühere Form zu kommen, empfehlen die Forscher auch Krafttraining zu betreiben.

(MR;CAS) (A. Vigelsø et al. J Rehabil Med April 21, 2015)


Studie bestätigt: Keine Blutdruckerhöhung durch Kaffee!

 

Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass sich Kaffee positiv auf die Herzgesundheit auswirkt. Eine Untersuchung der Bevölkerung der Schweiz untersuchte diesen Zusammenhang nun mit anderen Testmethoden. Gemessen wurden Koffein und seine Metabolite im Urin. Außerdem wurde eine 24-h-Blutdruckmessung durchgeführt.  

Die Studie bestätigt den positiven Effekt: Jede Verdopplung der Koffeeinausscheidung war mit einer Senkung des systolischen 24 –h-Blutdrucks um 0,6 mmHg assoziiert. Diese Ergebnisse zeigen, dass auch für Menschen mit Bluthochdruck ein moderater Kaffeekomsum kein Problem darstellt. Durch die Wirkung des Koffeins sind sogar leicht blutdrucksenkende Effekte möglich.

(MR;CAS) (Guessous et al. Hypertension 2015 published online December 8,2014)