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Viele Menschen kennen das Problem: die Erkältung ist überstanden, aber der lästige Husten bleibt und man wird ihn für einige Wochen einfach nicht los. Dieser Husten wird als „subakut“ bezeichnet, er kann nach einem viralen Infekt für drei bis acht Wochen hartnäckig bestehen bleiben.

Nachdem alle Hausmittel nicht die gewünschte Wirkung erzielen, konsultieren viele Menschen den Arzt mit dem Wunsch nach der Verschreibung von „Husten-Medikamenten“. Hiervon sind zahlreiche Varianten im Handel; vom Husten gequälte Menschen geben weltweit insgesamt ca. vier Milliarden Dollar jährlich für diese Arzneimittel aus.

Ob dies sinnvoll ist, ist in der Wissenschaft umstritten. Der subakute Husten stellt in der Regel keinen Grund zur Sorge dar. Es handelt sich um eine verlängerte Reizung der Atemwege, die sich aber nach einiger Zeit wieder beruhigt. Eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit stellt die Wirksamkeit der hustenstillenden bzw. hustenlösenden Arzneimittel grundsätzlich in Frage.

Es wurden sechs verblindete Studien analysiert, bei denen die Patienten entweder ein Hustenmedikament (Montelukast, Salbutamol plus Ipratropiumbromid, Gelatine, Fluticasonpropionat, Budesonid sowie Opioidrezeptoragonisten) oder ein Placebo erhalten hatten. Dabei konnte für keine der medikamentösen Behandlungsoptionen eine signifikante, nachhaltige Verbesserung der Hustensymptomatik nach 14 oder 28 Tagen bzw. eine Verkürzung der Erkrankungsdauer nachgewiesen werden.

Natürlich ist es dennoch sinnvoll, bei bestehendem Husten einen Arzt aufzusuchen, um eine Lungenentzündung oder andere Lungenerkrankungen auszuschließen. Außerdem können hustenstillende Medikamente, wie beispielsweise Codein-Tropfen, Symptome lindern und nachts einen ruhigeren Schlaf ermöglichen. Aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage kann aber bei subakutem Husten nach einem grippalen Infekt keine deutliche Empfehlung für ein Medikament ausgesprochen werden, welches den Krankheitsverlauf beeinflusst. Durch das sprichwörtliche „Abwarten und Tee trinken“ wird man den Husten tatsächlich nicht schneller, aber auch nicht langsamer wieder los.

(CH; CAS) (Speich et al. Br J Gen Pract 2018)